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Trockenfutter im Test Bionahrung braucht kein Hund

Das teuerste ist nicht unbedingt das beste. Das gilt auch für Hundefutter. Stiftung Warentest hat 32 Trockenfutter für Hunde unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Gesund füttern kann man zwischen 14 und 88 Cent am Tag - und Biofutter muss nicht in den Fressnapf.

Es macht sich gut auf der Hundefutter-Verpackung, wenn das Wort "Bio" draufsteht. Doch im Gegensatz zu Lebensmitteln ist diese Bezeichnung bei Hundenahrung nicht geschützt, erläutert die zuständige Redakteurin von Stiftung Warentest, Brigitte Kluth-Kosnik, im Interview mit SWR cont.ra: "Es gibt für Hundefutter kein explizites Biosiegel." Das bedeutet für den Hundehalter: "Was sich 'Bio' nennt, muss nicht 'Bio' sein." Außerdem hat eines der getesteten Hundetrocken-Futter mit dem Vermerk "Bio" sehr schlecht abgeschnitten. Defu Bio für's Tier Adult Geflügel erhielt von den Testern die Note mangelhaft. Das Produkt wird vom Hersteller als 'Alleinfutter für ausgewachsene Hunde' angeboten. Das Urteil von Stiftung Warentest: "Dieses Futter enthält zu wenig Vitamin A und ist deshalb kein Alleinfuttermittel."

Einige Ergebnisse im Überblick

MarkeFressnapf / Fit+Fun CrocAldi-Süd / Remeo High Premium Yarrah Bio Dinner mit Huhn und GetreideDefu Bio für's Tier Adult GeflügelOrijen Adult
Preis14 Cent / Tag18 Cent / Tag88 Cent / Tag73 Cent / Tag90 Cent / Tag
Urteilsehr gutsehr gutsehr gutmangelhaftmangelhaft
GrundBedarf an Nährstoffen vollständig gedeckt. Preisgünstig.Bedarf an Nährstoffen vollständig gedeckt. Preisgünstig.Bedarf an Nährstoffen vollständig gedeckt. Teuer.Zu wenig Vitamin A. Kein AlleinfutterZu viel Kalzium für Welpen. Teuer.

Gutes Futter gibt's ganz günstig

Ein ganzer Kerl dank Chappi, Frolic, Pedigree oder Royal Canin? Werbung für Hundefutter richtet sich immer an das Gefühlszentrum von Herrchen oder Frauchen. Denn für das Wohl des Haustiers sitzt das Geld locker. Nach Angaben von Stiftung Warentest haben Hundehalter im Jahr 2009 rund eine Milliarde Euro für Futter ausgegeben. Der Preis des Produkts sagt jedoch nicht unbedingt etwas über die Qualität aus. "Entscheidend ist, dass die Nährstoffe stimmen", erläutert Testerin Brigitte Kluth-Kosnik: "Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass es sowohl gutes preisgünstiges Futter als auch teures schlechtes Futter gibt." Deshalb spricht nach ihrer Ansicht auch nichts dagegen, Hundenahrung im Discounter zu kaufen: "Wir haben unter den Spitzenreitern im Test Produkte von Aldi, Lidl, Norma und Rewe. Diese Artikel sind mit 18 bis 19 Cent für die Tagesration unter den billigsten Produkten." Insgesamt erhielten von 32 getesteten Hunde-Trockenfutter-Artikeln 19 die Note "sehr gut", vier die Note "gut", eins die Note "befriedigend" und acht die Note "mangelhaft".

Mangelernährung schadet auch dem Hund

Die Kennzeichnung von Hundefutter lässt nach Meinung der Tester zu wünschen übrig. "Der Hundehalter ist auf sich allein gestellt", kritisiert Brigitte Kluth-Kosnik: "Denn die Hersteller sind nicht verpflichtet, die Mengen der Zutaten auf den Packungen anzugeben. Und mit Angaben wie Rohfett und Rohprotein kann man als Verbraucher relativ wenig anfangen." Das kann für den Hund gefährlich werden, wenn Futter bestimmte lebenswichtige Komponenten nicht in ausreichendem Maß vorkommen. In drei Fällen habe der Test von Hunde-Trockenfutter ergeben, dass die Produkte zu wenig Vitamin A enthalten haben. "Vitamin A ist wichtig für die Augen", sagt die Testerin, "und wenn diese Substanz auf Dauer im Futter fehlt, kann der Hund eine Sehschwäche entwickeln und anfälliger für Infekte werden. In einem anderen Fall wies Futtermittel für alle Altersgruppen einen zu hohen oder zu niedrigen Anteil an Kalzium auf. "Beides ist schädlich für Welpen", erläutert Brigitte Kluth-Kosnik von Stiftung Warentest. "Es hat Fälle gegeben, dass die Tiere eingeschläfert werden mussten, weil zu wenig Kalzium im Futter enthalten war."


Andreas Böhnisch

Quelle: SWR cont.ra

Letzte Änderung am: 21.10.2010, 14.43 Uhr

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