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Streifzug Ab ins warme Wasser!

Die Schwefelbäder in Bad Sebastiansweiler

In Bad Sebastiansweiler, einem Ortsteil von Mössingen im Kreis Tübingen, gibt es in der Reha-Klinik eines der seltenen Schwefelbäder, das Einzige bei uns in der Region.

Trinkpavillon

Trinkpavillon der Reha-Klinik in Bad Sebastiansweiler

Es riecht nach faulen Eiern – aber das stört in der Kurklinik von Bad Sebastiansweiler niemanden - obwohl einem schon im Hauptgebäude der Schwefelgeruch entgegenkommt. Noch intensiver wird es, wenn man hinab geht in den Bäderbereich, in dem die Wannenbäder und der Trinkbrunnen stehen. Vor allem Menschen, die an Gelenkerkrankungen oder an einer Schuppenflechte leiden, legen sich bei einer Kur regelmäßig in die Wannenbäder. Und wenn es hilft, sagt Klinikchef Volker Gurski, sei einem auch der Geruch egal.

Bereits in der Antike wurden schwefelhaltige Salben zur Pflege kranker Haut benutzt, und wer Gelenkschmerzen hatte, nahm ein Bad in einer Schwefelquelle. Schwefelwasser ist bei uns übrigens gar nicht so selten, es kommt von der Schwäbischen Alb und wird im Schiefer ausgewaschen. Nur ist die Konzentration unterschiedlich, und um es für Bäderzwecke zu nutzen, müssen die Brunnen - wie in Bad Sebastiansweiler - immer gut gefüllt sein.

Römerbaden in Rottenburg

Baden macht Spaß, Baden tut gut – dieser Streifzug beschäftigt sich mit den Wonnen des heißen Badens in der kalten Jahreszeit. Keine Erfindung der Neuzeit, nein, die Wohltat einer mit warmem Wasser gefüllten Wanne genießen die Menschen schon lange. Im Altertum waren es vor allem die Römer, die ausgiebig badeten. So ist es nur logisch, dass man immer wieder die Reste von Bädern ausgräbt, wo immer die Römer gelebt haben. So auch in Rottenburg.  

Das gibt es selten: eine Schule, die auf den Resten eines römischen Bades gebaut ist. Vom Schulhof des Eugen-Bolz-Gymnasiums aus kann man hinunterschauen durch eine Glasfassade. Peter Ehrmann, der im Rottenburger Stadtarchiv arbeitet, bittet die Besucher, sich das Bad bunt vorzustellen, mit viel Farbe an den Wänden und allerlei Dekorationen. Freunde treffen, einen Schwatz halten, es sich gut gehen lassen – die Römer waren Genießer in ihren Bädern. So gab es auch in diesem Bad verschiedene Stationen wie Tepidarium oder Caldarium.

In Sumelocenna, dem römischen Rottenburg, hat man die Reste von insgesamt vier Bädern gefunden. Alle hatten sie ausgefeilte Heizungen, dadurch konnte man sie fast das ganze Jahr hindurch nutzen. Bei der Wahl des Wassers waren die Römer heikel: frisches Quellwasser kam aus dem sieben Kilometer entfernten Rommelstal.

Schade, dass es vom römischen Bad nur noch Ruinen unterm Schulhof gibt, aber viele neuzeitliche Spaßbäder haben ja abgeguckt bei den Römern und so können auch wir, 2000 Jahre später, in neu gebauten, bunten Mosaikbädern voll heißem Wasser angenehm planschen und plauschen.

Steinplatten

Mit Fantasie ein wunderbarer Badeort...

Andrea Schuster

Letzte Änderung am: 26.01.2012, 11.37 Uhr