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Die Streifzüge führen uns dieses Mal zum jüdischen Friedhof nach Horb-Rexingen. Er war einmal der drittgrößte in Württemberg und gehört zu den am besten erhaltenen jüdischen Friedhöfen Süddeutschlands.

Friedhof auf einer Anhöhe von Rexingen
Unsere Streifzug-Reporterin Anette Hübsch hat sich mit Mitgliedern des Fördervereins Ehemalige Synagoge Rexingen und dem Landesrabbiner Netanel Wurmser getroffen und den Friedhof an einem sonnigen Novembertag besucht. Sie konnten ihr viel über die Grabsteine, die Verstorbenen und die Geschichte der jüdischen Gemeinde Rexingen erzählen.
300 Meter vom letzten Haus in Rexingen entfernt liegt der jüdische Friedhof, mitten im Wald auf einer Anhöhe. Wer hinein möchte, muss durch das große verschlossene Holztor. Die 1.176 Gräber sind in Reihen angeordnet. Durch die Hanglage sind einige Grabsteine umgefallen. Andere stehen schief. Manche sind verwittert oder mit Efeu überwuchert. Jetzt im Herbst liegen rotbraune Buchenblätter auf dem Boden.
Auf einem Grabstein ist ein kleines Krüglein abgebildet. Auch Kronen, Rosen oder eine Sanduhr sind als Stilornamente zu entdecken. Sonst findet sich kein Schmuck auf den Gräbern. Blumen sowieso nicht, stattdessen liegen Steine auf den Grabsteinen.
Die ersten Juden kamen bereits 1616 nach Rexingen. Eine Seltenheit, denn eigentlich war es Juden verboten, sich in Württemberg anzusiedeln. Unter dem besonderen Schutz des Johanniterordens konnten sie sich ausbreiten. Die Rexinger Juden waren überwiegend Viehhändler und in der katholischen Bevölkerung gut integriert. Sie hatten hohe Ämter inne. Doch mit den Nazis wurden sie abgedrängt, deportiert und ermordet. Die jüdische Gemeinde ausgelöscht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Friedhof an die israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg über. Sie kümmert sich seither um den Erhalt und die Pflege der Friedhöfe. Es sei denn, es gibt einen Verein vor Ort,
wie in Rexingen den Förderkreis Ehemalige Synagoge, der 1997 gegründet wurde. Seither übernehmen Vereinsmitglieder die Pflege des Friedhofs. Außerdem sorgen sie dafür, dass der jüdische Friedhof auch künftig zum Dorf gehört und die Toten mit ihren Geschichten nicht vergessen werden.

Zaun um Jüdischen Friedhof
Letzte Änderung am: 24.11.2011, 16.20 Uhr