Seite vorlesen:
Dreihundert Kilometer durch eine der abwechslungsreichsten Bilderbuchlandschaften Deutschlands. Vorbei an sagenhaften Schlössern, Burgen und Klöstern, durch dunkle Täler und über lichte Höhen: das ist die Hohenzollernstraße. Sie führt als Rundkurs durch den Zollernalbkreis und den Kreis Sigmaringen.
Erste Station: Stein bei Hechingen, Römisches Freilichtmuseum Villa Rustica. Ein Mann kratzt an altem Gemäuer. Das macht er seit Jahrzehnten. Gerd Schollian ist der Entdecker der römischen Villa Rustica und Vater ihrer imposanten Rekonstruktion. Erst in diesem Jahr wurden weitere sensationelle Funde gemacht, die die Bedeutung der Anlage weiter vergrößern. Und der Römer-Gerd selbst hat im Lauf seiner langen Römerliebe fast cäsarenhafte Züge angenommen – huldvoll hebt er die Hand zum Gruß. Weiter geht’s. Unterhalb der Hohenzollernburg treffe ich – nein nicht Japaner, aber Hildesheimer nach der Burgbesichtigung. Sie wurden vom ersten Schnee überrascht.
Auf der Hohenzollernstraße um die Burg herum und hinauf nach Onstmettingen: hier sei die Alb besonders still, hab ich gelesen. Wer dieser Philip Matthäus Hahn sei, vor dessen Museum grad die Müllabfuhr vorbeifährt – das frage ich dann mal so in einen Laden rein. Das sei der mit den Waagen, zum Wiegen der Sachen, lautet die Antwort. Soso. Philip Matthäus Hahn, Pfarrer und Ingenieur, der Uhrmacher Gottes, lebte vor über zweihundert Jahren hier in Onstmettingen. Seine ausgeklügelten Waagen und Uhren sind im Museum ausgestellt. Eine heißt Weltmaschine und zeigt angeblich sogar den Zeitpunkt des Weltuntergangs an. Glücklicherweise ist sie stehen geblieben.
Von Onstmettingen fahre ich runter ins Killertal und entkomme der namentlichen Drohung, indem ich auf der anderen Seite wieder hinauf fahre – über Ringingen und Salmendingen, vorbei an den Melchinger Windrädern, über Neufra nach Sigmaringen. Das Schloss im Zentrum gibt den Gassen drum rum so einen Restglanz einstiger Bedeutung – Ort auch für einen Entschluss: ich kürze nämlich etwas ab und fahre durchs Donautal hinüber nach Beuron.
Auf dem Parkplatz vor dem Kloster bin ich nicht lang der einzige Bewunderer des prächtigen Bauwerks. Auch wenn meine Mitbewunderer auf ganz anderer Fährte sind. Auf Römerspuren. Immerhin, die Römerstraße Neckar Alb vereint sich ja im Killertal mit der Hohenzollernstraße – wir bewundern also berechtigterweise gemeinsam …
Weiter auf der Hohenzollernstraße durch den Zollernalbkreis und in seine Hauptstadt: Balingen. Für mich als Autotourist ist Balingen besonders einladend – wo gibt es das sonst noch, dass man in der Innenstadt umsonst parken darf? Ach, überhaupt, glaubt man den Bewohnern, muss Balingen ein Paradies muss sein. Aber ich muss es verlassen, muss weiter auf die letzte Etappe der Hohenzollernstraße, vorbei am Salzbergwerk Stetten über Owingen nach Haigerloch.
Barocke Kirchen, das Atomkellermuseum, eine sehr sehenswerte Synagoge – Haigerloch, die Fliederstadt, sie ist für Besucher ein Sonntagsspaziergang auch am Werktag.
Letzte Änderung am: 27.10.2011, 14.14 Uhr