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Streifzug Quelle der Nagold

In Urnagold liegt der Ursprung der Nagold, aber der Name soll von der "inneren Nagold" kommen – denn ihre Quelle liegt von der Stadt Nagold aus gesehen, an der Nagold entlang, eher innerhalb des Waldes. "Irrnagold" hat man es auch schon genannt, und man erzählt sich Geschichten über verirrte Fräulein und weise Frauen, die dem Wanderer noch heute begegnen können...

Von Seewald-Besenfeld aus kann man entweder in wenigen Minuten direkt nach Urnagold spazieren, oder aber man wagt eine kleine Wanderung die junge Nagold hinab über Schorrental und Eisenbach.

In Schorrental gab es früher einen Karsee, also einen See, der entstanden ist, als der Rest eines Gletschers der letzten Eiszeit ins Tal gesunken ist und Geröll mit in die Tiefe gerissen hat. Die Geröllhaufen kann das geübte Auge heute noch erkennen. Den See haben im 18. Jahrhundert Flößer leerlaufen lassen, als sie Holz auf seinem Wasser transportierten.

Ebenfalls in Schorrental steht die Mühle von Karl Widmann, die letzte funktionstüchtige Mühle weit und breit. Die junge Nagold hält sein Mühlrad in Bewegung. Mit dem so erzeugten Strom kann Widmann sich, seine Familie und seine Ferienwohnungen versorgen, wenn das öffentliche Netz mal ausfällt. Außerdem bietet er in seiner Gaststätte Forellen aus eigenen Teichen an.

Die Johanneskirche in Urnagold

Die Kirche in Urnagold stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Deckenfresken im Kreuzgewölbe über dem Altar sind auch schon über 500 Jahre alt. Sie zeigen die Symbole der vier Evangelisten: Adler, Engel, Stier und Löwe.

Um die Kirche ranken sich einige Legenden. Als sie einmal baufällig war, sollen die Gemeindemitglieder beschlossen haben, sie abzubrechen und im deutlich größeren Besenfeld neu zu errichten. Also holte man sich das noch brauchbare Holz in den Nachbarort. Am nächsten Morgen war es aber verschwunden. Man fand es auf dem Bauschutt der alten Kirche in Urnagold. Das wiederholte sich in der nächsten Nacht. In der dritten Nacht sollte ein verwegener Zimmergesell das Holz bewachen. Am nächsten Morgen war das Bauholz wieder in Urnagold, den Gesellen fand man tot. Nun ergab man sich den geheimnisvollen Mächten. So steht die Johanneskirche bis heute in Urnagold.

Peter Binder

Letzte Änderung am: 30.09.2011, 14.50 Uhr