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Zeugen des Jurameeres auf der Schwäbischen Alb

Imposant sind sie, die hohen Berge der Balinger Alb. Wer sich vom Norden her kommend auf sie zu bewegt, dem ragen sie fast wie ein Bollwerk entgegen. Eine Festung, die man an verschiedenen Stellen erklimmen kann.

Albtrauf

Der Lochenstein war einst ein mächtiges Riff aus sehr hartem, widerstandsfähigen Gestein. Solche sogenannten Schwammstotzen ragen immer wieder aus der Alb hervor – am Hörnle, am Plettenberg. Im Gegensatz zu ihrer Umgebung konnten sie der Erosion über die Jahrmillionen vergleichsweise gut trotzen. Einst lag das Riff, das heute den Lochenstein bildet, am Grund des Jurameeres.

Doch als die Alpen entstanden, wurden er und der gesamte Albtrauf in die Höhe gehoben. Durch die neu entstandenen Alpen drückte so viel Gewicht auf die Europäische Erdplatte, dass sie kippte. Es entstand ein Pult. Auf der einen Seite wurden die schroffen Felsen der Alb nach oben gehoben, auf der anderen Seite die Erde nach unten gedrückt, so dass die Landschaft bis heute in Richtung der Alpen abfällt.
Folgt man vom Lochenstein aus dem Oberen Bäratal, dann kommt man zu einer weiteren Stelle, an der man Erdgeschichte am Boden ablesen und so hautnah erleben kann: Dem Nusplinger Plattenkalk.

Ein Steinbruch am Westerberg gibt bis heute einen Einblick in die Zeit, als die Alb unter Wasser stand. Im einstigen Jurameer tummelten sich Fische, Krebse oder die sogenannten Meerengel – ein rochenartiger Haifisch. Am Ufer lebten Krokodile und Flugsaurier. Einige von ihnen blieben als Versteinerungen erhalten.

Bis heute machen Wissenschaftler, aber auch kleine und große Hobby-Archäologen, immer wieder aufregende Funde im Nusplinger Plattenkalk.

"Wissenschaftler"


Ulrike Mix

Letzte Änderung am: 26.07.2011, 11.27 Uhr

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