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Streifzug Von der Narrenburg Hettingen nach Veringendorf

Hettingen, eine ländliche Kleinstadt im Landkreis Sigmaringen, genauer das dortige Schloss ist das erste Ziel unseres "närrischen" Streifzugs.

Gebaut wurde das Schloss 1721 auf den Mauern einer Burganlage aus dem 11. Jahrhundert. Es gehörte ehemals den Grafen von Achalm, später den Grafen von Veringen, noch viel später kam es in den Besitz von Hohenzollern-Sigmaringen. Heute gehört das Schloss der Stadt, die es Anfang der 90er Jahre renoviert hat. Den Innenraum des Schlosses beherrscht eine riesige Holztreppe aus der Barockzeit, die mit Figuren, sogenannten Herolden verziert ist.

Unbedingt sehenswert ist das Trauzimmer. Früher wurde es als Musik- und Esszimmer genutzt. An der Decke findet man wertvollen Stuck und einen ganz besonderen Leuchter, der aus venezianischem Glas gefertigt zu sein scheint – vielleicht ein versteckter Hinweis für den Besucher, sich die Sonderausstellung zum Venezianischen Karneval anzuschauen, die vom 7. März bis 14. November im Fasnachtsmuseum zu sehen ist.

Das Fasnachtsmuseum Narrenburg

Direkt neben Schloss Hettingen befindet sich die Zehntscheuer, in der das Fasnachtsmuseum untergebracht ist. Das Museum informiert sowohl über europäische Fasnachtsbräuche als auch über die regionale Fasnacht in der Region Alb-Lauchert.

Blickfang der Sonderausstellung sind Figuren mit Kleidern aus Tüll und Seide. Die Leiterin des Fasnachtsmuseums Mechthild Schnitzer freut sich besonders, dass es ihr gelungen ist, Kostüme für die Ausstellung zu bekommen, die auch tatsächlich beim Karneval in Venedig getragen wurden!

Ebenso freut sich Mechthild Schnitzer über die Kostüme des Alb-Lauchert-Rings. Jedes Häs ist hier so liebevoll dekoriert, dass der Besucher glauben könnte er sei beim Fasnachtsumzug dabei.

Jedes Häs erzählt eine Dorfgeschichte und das Häs vom "Glecklesbender" aus Veringendorf hat sogar einen historischen Hintergrund: die Glocke, die der Narr trägt, klingelt nicht sondern sie scheppert, denn die Veringer sollen einmal am Nepomuk- oder Pesttürmle die Glocke so stark geläutet haben, dass sie einen Riss bekam. Als kurze Zeit später der Fürst von Hohenzollern vorbeikam haben die Veringer ihre Glocke mit einer Schnur zusammengebunden. Das muss so fürchterlich geklungen haben, dass sie der Fürst als "Glecklesbender" bezeichnet hat und nie mehr in den Ort kam.

Veringendorf, die Heimat der "Glecklesbender"

Von der mittelalterlichen Glanzzeit in Veringendorf zeugen heute noch einige stattliche Fachwerkhäuser sowie der historische Mühlkanal. Für Spaziergänger lohnt sich ein Ausflug zum Treffpunkt "am Kreuzle", eine Anhöhe mit einem Bänkchen zum Ausruhen und einem fantastischen Blick übers Dorf. 

Sehenswert ist auch das Naturerlebnis Wasserfall, zu dem es keinen öffentlichen Zugang gibt außer über zwei Privatgrundstücke. Wer allerdings die Besitzer freundlich bittet, über das Grundstück gehen zu dürfen, erhält in der Regel die Erlaubnis. Eine Karte zum Rundweg in Veringendorf hängt übrigens in einem Schaukasten am Rathaus.

Rita Radowski

Letzte Änderung am: 24.02.2011, 12.22 Uhr

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