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Streifzug Schwäbische Vulkane

Der Calverbühl in Dettingen/Erms

Die Streifzüge führen uns dieses Mal zu den Schwäbischen Vulkanen im Kreis Reutlingen. Für die kalte Jahreszeit ein heißes Thema. Denn wir wandern auf den Calverbühl bei Dettingen und stehen oben auf dem Vulkanschlot. Außerdem hat sich Streifzüge-Reporterin Anette Hübsch von Geologen erklären lassen, wann und wie die schwäbischen Vulkane entstanden sind.

Der Calverbühl erhebt sich gut 100 Meter über dem Ermstal und hat eine typische vulkanische Kegelform. Auf seiner Spitze steht malerisch ein Lindenbaum. Vom Wanderparkplatz geht der asphaltierte Weg mitten durch die Streuobstwiese, kreuzt den Kirschenweg, führt über eine Ziegenweide und schlängelt sich in großen Kurven immer höher hinauf. Vor der Spitze des Calverbühls kommt ein Vesperplatz, mit Feuerstelle, Bänken und dem Hauser-Brunnen. An dieser ebenen Stelle soll früher mal eine Wallfahrtskapelle gestanden haben. Kurze Verschnaufpause, bevor der steile Gipfelaufstieg kommt. Der Weg wird schmaler, die Pflanzen hochalpin: Thymian und Steingarten-Gewächse wachsen am Wegesrand.

Dann stehen wir vor einem großen, dunklen Tuff-Brocken: Gestein, das beim Ausbruch des Vulkans aus dem Schlot gespuckt wurde. Mit dem Hämmerchen kann der Geologe Dr. Matthias Geyer die unterschiedlichen Mineralien freilegen: beispielsweise gelbe Eisenspuren und bräunliches Magnesium.



Auch kleine, schwarze Aschebläschen, sogenannte Lapilli zeugen von dem ehemaligen Vulkanausbruch.

Für die letzten Meter bis zum Gipfel des Calverbühls müssen wir erneut das Tor eines Weidezauns öffnen, dann stehen wir auf einem runden Plateau, mit Holzbänken unter der Linde.



Es weht ein kalter Wind, doch die Aussicht ist grandios: unter uns das Ermstal mit der Gemeinde Dettingen. Links die Stadt Metzingen, rechts liegt Bad Urach.







Die Entstehungsgeschichte der schwäbischen Vulkane

Der Calverbühl in Dettingen ist einer von über dreihundert Vulkanen, die es im Raum Reutlingen/Kirchheim gibt. Entstanden sind die schwäbischen Vulkane vor etwa 15 Millionen Jahren. Damals öffnete sich die Erde und schob schwere Gesteinsbrocken durch lange, schmale Kamine - die Vulkanschlote - nach oben. Die schwäbischen Vulkane gehören zu den sogenannten Maar-Vulkanen, erklärt der Tübinger Geologie-Professor Gregor Markl. Doch im Unterschied zum italienischen Ätna gab es bei den schwäbischen Vulkanen keinen Lavaausstoß, sondern es regnete Asche.

Gefahr für den Menschen gab es zur Ausbruchszeit der schwäbischen Vulkane nicht, denn damals gab es noch keine Menschen. Und auch heute besteht wohl keine Gefahr mehr, mutmaßen die beiden Geologen. Die schwäbischen Vulkane sind einfach Zeugen der Vergangenheit. 





Anette Hübsch

Letzte Änderung am: 27.01.2011, 12.04 Uhr

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