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Rund um Herbertingen Von Kelten und Kapellen

Unser Streifzug führt uns diesmal nach Herbertingen an der Donau. Die Gemeinde im Kreis Sigmaringen ist international bekannt wegen der Heuneburg im Ortsteil Hundersingen. Dort hatten die Kelten vor 2600 Jahren einen Fürstensitz erbaut. Ein archäologischer Wanderweg erschließt die frühgeschichtliche Bedeutung des Ortes. Empfehlenswert auch der Sieben Kapellen-Weg des Schwäbischen Albvereins, der die Zeichen oberschwäbischer Volksfrömmigkeit mit einander verbindet.

Es ist ein eindrucksvolle Wanderung in die Vergangenheit, die beweist, dass die Region in der Frühgeschichte zwischen 700 und 400 vor Christus dicht besiedelt war. Für die acht Kilometer braucht man mindestens zwei Stunden. Wegzeichen ist ein schwarz gezeichneter Silenkopf, ein Pferdemensch der griechischen Mythologie, auf weißem Grund mit rotem Richtungspfeil.


Los geht es im Keltenmuseum in Hundersingen, wo die reichen Funde wie bronzene Gefäße und goldene Ketten ausgestellt sind. Vorbei an einem Hügelgrab und Resten einer mittelalterlichen Befestigung kommt man nach etwa einem Kilometer zum Freilichtmuseum Heuneburg. Die nachgebaute Lehmziegelmauer, Wohnhäuser und Werkstätten vermitteln sehr gut, wie die Kelten gelebt haben.

Gewaltige Wallanlagen und Gräben schützten die Burg vor Angreifern. Vom Reichtum der Herrscher künden die Hügelgräber in der Nähe. Der mit 13,50 Meter höchste ist der Hohmichele. Dort fanden Archäologen eine unberaubte Bestattung zweier Menschen in einem Wagen. Schautafeln informieren über die Besonderheiten und Hintergründe. Das Begleitheft, das in den Museen erhältlich ist, kostet drei Euro.

Der Sieben-Kapellen-Weg

Start und Ziel des 13 Kilometer langen Rundweges ist die Schautafel beim Feuerwehrhaus in Herbertingen. Das Wanderzeichen, eine weiße Eins auf schwarzem Grund ist überall gut sichtbar, versichert der Ortsvereinsvorsitzende des Schwäbischen Albvereins, Elmar Fischer. Erste Station ist die Angerkapelle am Ortsrand, wo die Einheimischen ihre Kartoffeln anbauen und schnell mal beten konnten.

Im Weiler Schwarzach wartet ein Kleinod. Die private St. Blasius Kapelle, über 1000 Jahre alt. Schiff und Chor sind barock ausgestattet, auch die Gemälde mit den Schutzheiligen St. Blasius und Meinrad stammen von Meistern des 18. Jahrhunderts.

Zurück geht es durch das Schwarzachtal mit seinen Badeseen und vorbei an weiteren Kirchlein wie der Schaupenkapelle, die als Sühne für einen Mord im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Gute vier Stunden muss man sich für die Rundtour Zeit nehmen. Ein Faltblatt mit Informationen wird gerade neu aufgelegt.

St. Blasius Kapelle Schwarzach


Bernhard Kirschner

Letzte Änderung am: 22.07.2010, 10.13 Uhr

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