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Von Auerwild und Schwarzwaldmädeln

Die Streifzüge führen uns dieses Mal nach Schönmünzach im oberen Murgtal. Dort fühlt sich neben den Menschen besonders das Auerwild wohl.

Vor fast 2000 Jahren hat der Römer Tacitus den Schwarzwald als "unheimlich und widerwärtig" bezeichnet – davon kann keine Rede mehr sein. Im Gegenteil: Der Schwarzwald ist im Laufe der letzten Jahrhunderte zu einer einzigartigen Kulturlandschaft geworden und Hermann Hesse schwärmt in seinem Schwarzwaldgedicht von den seltsam schönen Hügelfluchten und tannenforstbekränzten Bergen.

Und auch dem Auerwild scheint es in den Gipfellagen zwischen Schönmünzach und Hinterlangenbach besonders gut zu gefallen. Mit über 60 Exemplaren findet man hier auf knapp 900 Meter Höhe jedenfalls eine der größten Populationen im Schwarzwald. Und wer einmal oberhalb von Schönmünzach in Richtung Hinterlangenbach entlang des Seensteigs unterwegs war, der versteht warum diese Tierart gerne hier lebt.


Auf dem Gipfel findet man ein Meer von Preisel- und Heidelbeersträuchern, Birken, Buchen und Kiefern. Alles was das Auerwild zum Leben braucht. Und weil der Auerhahn lichte Wälder und freie Hochflächen am liebsten mag, hat man von hier oben freie Sicht in Richtung Westen auf die Hornisgrinde, gen Osten bis zur schwäbischen Alb und hinab in die Tiefe auf den Schurmsee, einem der insgesamt 6 Karseen, die es in der Region um Baiersbronn noch gibt.

Allerdings sind sie, genauso wie das Auerwild, vom Aussterben bedroht. Nach ca. 5 Stunden Wanderung durch den Schifferwald kann man für eine deftige Brotzeit im alten Forsthaus Auerhahn in Hinterlangenbach einkehren.

Mit dem Bus geht’s dann über Mittel- und Vorderlangenbach zurück nach Schönmünzach. Mit etwas Glück sieht man hier dann auch noch das ein oder andere Schönmünzacher Schwarzwaldmädel in alter Tracht – denn dank der Trachtengruppe vor Ort, ist diese Tradition hier erhalten geblieben.


Beata Beier

Letzte Änderung am: 24.06.2010, 10.26 Uhr

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