Navigation

Volltextsuche

Seite vorlesen:

Streifzug Eiszeittour durchs Glas-und Wolfstal

Die Eiszeit hat auch vor unserer Haustür Spuren hinterlassen. Wie diese Spuren aussehen, das kann man sich von Albguide Maria Tittor erklären lassen. Die Eiszeittour beginnt am südlichsten Punkt der Schwäbischen Alb - in Zwiefalten mit einem Aufstieg zum Ziegenhof Loretto. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick in die Vergangenheit: Auf einen Nunatak, einen Fels, der in der Eiszeit über die Oberfläche von Gletschern und Inland-Eismassen herausragte. Beata Beier hat die Zeitreise am Rand der Schwäbischen Alb begonnen, von dort geht es weiter auf den Spuren des schwäbischen Urmeeres über Hayingen ins Glastal.

Kilometerweit schweift der Blick Richtung Süden über die Albkante ins Donautal und bei guter Sicht bis zu den Österreichischen und Schweizer Alpen und dem heiligen Berg Oberschwabens, dem Bussen. Mit 767 Meter ist der Bussen auch der höchste Berg dieser Region. Während der letzten Eiszeit ragte sein Gipfel als Einziger aus den Eismassen heraus und war Zuflucht für Menschen und Tiere. Ein so genannter Nunatak. Schroffe Felswende, die einstigen Riffe des Urmeeres, flankieren dagegen den Weg durch die enge Schlucht des Glastals. Das Wasser des Urmeeres, das einst die Schwäbische Alb bedeckte hat dort Spuren hinterlassen, die wir heute noch sehen können – Höhlen.

Während der letzten Eiszeit suchten Menschen und Tiere dort Schutz vor den Eismassen, denn die Schwäbische Alb war neben dem Bussen, das einzige eisfreie Gebiet in der Region. Heute sind die Höhlen u.a. Brutstätten für den Kolkraben. Der liebt die Ruhe und Abgeschiedenheit dieses Tales, südlich von Hayingen genauso wie die Wasseramsel. Der hier entspringende Hasenbach ist ihre Lebensgrundlage.

Schroffe Felsen, die findet man auch im Wolftstal. Zwei Kilometer lang schlängelt sich der Weg durch die Schlucht bei Lauterach. Bekannt ist das Wolfstal vor allem durch seine Märzenbecher – ein Naturschauspiel, das von Ende März bis Anfang April die Besucher anzieht.

Eiszeittour von Zwiefalten über das Hayinger Digelfeld und das Glastal

Von Zwiefalten aus führt der Weg ca. drei Kilometer bergauf Richtung Sonderbuch/Lorettohof. Der Ziegenhof bietet eine Einkehrmöglichkeit und hat ab April geöffnet. Schaut man dort nach Westen, sieht man ins Donautal und auf den Bussen.

Am Ortsrand von Hayingen, dem südlichsten Städtchen der schwäbischen Alb, führt der Weg durch die Wacholderheide des Digelfelds, einem 120 ha großen Naturschutzgebiet. Das Digelfeld ist eine Bilderbuchlandschaft, denn auf dem kargen Kalksteinboden wachsen die für die Alb charakteristischen Wacholderheiden, wilde Küchenschellen und der Frühlingsenzian. Im Sommer blüht der Thymian und seltene Orchideenarten.

Von dort oben führt der Weg bergab zur Hayinger Brücke (Grillplatz mit Hütte), einer Senke, die auch den Eingang ins Glastal markiert. Steil ragen die Felsen in die Höhe. Vorbei an Bärenhöhle und Glashöhle und dem Lämmerstein, dessen Gipfelkreuz schon von weitem zu sehen ist, kommt man zur Quelle des Hasenbachs.

Das Wasser sprudelt aus vielen verschiedenen unterirdischen Quellen heraus – sammelt sich und fließt Richtung Aach. Der Weg mündet nach ca. zwei Kilometern zum Schloss Ehrenfels. Von da geht es rechts auf einer Kastanienallee entlang weiter nach Wimsen.

An der Ach schlängelt sich der Weg über Gossenzugen zurück nach Zwiefalten. In der Klosterbrauerei kann man sich von der fast 18 Kilometer langen Tour erholen. Wer die Tour abkürzen möchte, der kann auch von Hayingen aus loslaufen. Der Fahrradbus bringt einen dann von Zwiefalten zurück nach Hayingen.

Zur Märzenbecherblüte ins Wolfstal

Einige Kilometer weiter nördlich von Hayingen, in Lauterach führt der Weg von der Hauptstrasse ab Richtung Wolfstal. (Wanderparkplatz am Eingang des Tals).

Gerade im Frühling hat dieses wildromantische Tal seinen Reiz. Der Kelchbecherling blüht im knalligen rot von Ende März bis Mitte April – ein Pilz, der sich auf Ästen besonders wohlfühlt und einen wunderschönen Kontrast zum weißblühenden Märzenbecher bildet. Der Märzenbecher ist der erste Frühlingsbote im Wolfstal und bildet große Teppiche am Wegesrand.

Vom Parkplatz Laufenmühle den Talboden ca. zwei Kilometer ins Tal hineingehen und weiter bis zum Parkplatz Tiefental. Vom Parkplatz Tiefental geht's wieder zurück und nach ungefähr einem Drittel der Strecke rechts nach oben auf den ausgeschilderten Höhenweg. Festes Schuhwerk ist sehr wichtig, denn um diese Jahreszeit ist der Waldboden noch feucht und kann rutschig sein. Zum Abschluss kann man in der Gaststätte Laufenmühle gemütlich einkehren.

Beata Beier

Letzte Änderung am: 26.03.2009, 09.21 Uhr

Kontakt So erreichen Sie uns

Ob per Telefon, Fax oder Mail - sagen Sie uns Ihre Meinung. [mehr zu: So erreichen Sie uns]