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Schöne Aussichten, schönen Wald und schöne Wege bietet die abwechslungsreiche Wanderung vom Hofgut Einsiedel nach Pliezhausen im Kreis Reutlingen. Anette Hübsch hat sie für Sie gemacht.
Unser Treffpunkt ist der Wanderparkplatz hinter dem Schloss Einsiedel in Kirchentellinsfurt. Wir laufen über den gefrorenen Boden eines Ackers. Im Sommer würden hier Zuckerrüben wachsen, doch an diesem kalten Wintermorgen liegt Raureif auf dem Gras. Immer wieder ist die Erde aufgewühlt, Spuren von hungrigen Wildschweinen. Dann kommen wir in den Wald, den lichtdurchfluteten Schönbuch. Hohe Eichenbäume setzen sich von Buchen- und Elsbeerbäumen ab. Der Alteburger Weg läuft am Schlierbach entlang und bildet die Kreisgrenze: rechts das Gebiet von Jürgen Schneider, dem Tübinger Förster und links das Terrain von Thomas Vorwerk, dem Reutlinger Förster – beide sind meine Wanderbegleiter.
Der sandige, weiche Weg führt leicht nach oben, macht eine Kehre nach links und gehört noch zum Geschichtlichen Lehrpfad. Wandtafeln weisen uns auf das Keltengrab, römische Fundstätten und den Knobelbrunnen hin. Dieser Weg ist auch eine beliebte Walkingstrecke. Nach einer weiteren Biegung erreichen wir den Rand des Schönbuches. Wir genießen die Aussicht auf Gniebel, Rübgarten und Streuobstwiesen.
Unter Apfelbäumen, vorbei an Heckenstreifen mit Wildbeerbüschen wandern wir hinunter zum Reichenbacher Tal. Dann geht es wieder bergauf, den Mühlenweg hoch, an der Hauptstrasse entlang durch Rübgarten, über die B 27 weiter nach Pliezhausen. Am Ortseingang passieren wir das Schönbuchstadion und laufen auf dem Oberen Hauweg zum Zwei-Eichenturm, dem Ziel unserer Wanderung.
Schloss Einsiedel
Auch der Ausgangspunkt unserer Wanderung ist ein beliebtes Ausflugsziel: das Schloss Einsiedel. Es liegt auf einer idyllischen Anhöhe über dem Neckartal bei Kirchentellinsfurt, im Kreis Tübingen.
Der Bauherr Graf Eberhard im Barte residierte eigentlich in Bad Urach. Doch zum Jagen und Reiten kam er gerne in den Schönbuch. Auf der Gemarkung Einsiedel hatte er bereits ein Pferdegestüt, das er 1482 mit diesem Jagdschlösschen ergänzte. Durch ein massives Holztor gelangt man in den Innenhof und steigt in einem Turm hinauf zum Rittersaal. Unter den weiß getünchten Wänden sind noch Reste alter Fresken verborgen. In den ehemaligen Gemächern schlafen heute Kinder in einfachen Stockbetten. Denn das Schloss Einsiedel ist seit 1960 ein Jugend- und Tagungsheim der katholischen Kirche.
Vom langen Balkon auf der Südseite des Schlosses blickt man in den parkähnlichen Garten mit alten hohen Bäumen. Legendär ist der baumhohe Weißdorn, den Graf Eberhard aus Palästina mitbrachte. Aus dem kleinen Reiszweiglein war über Jahrhunderte ein ausladender Baum geworden, der mit 40 Säulen gestützt werden musste. Die Säulen sind inzwischen abgetragen, doch der Weißdorn hat überlebt. Viel kleiner zwar, als auf alten Holzstichen festgehalten, doch noch immer imposant! Überzeugen Sie sich selbst: der Schlossgarten ist für alle frei zugänglich. Eine Wandergaststätte hat im Sommer immer sonntags von 11-18 Uhr geöffnet – ein Besuch der sich lohnt.
Letzte Änderung am: 02.02.2009, 12.41 Uhr