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Das wild-romatische Monbachtal und das Waldhufendorf Beinberg bei Bad Liebenzell sind zwei herrliche Ausflugsziele im Schwarzwald. Beata Beier hat sie für Sie entdeckt.
Etwa zwei Kilometer außerhalb der Schwarzwälder Bäderstadt Bad Liebenzell, im Ortsteil Monbach, liegt es, das wild romantische Monbachtal. Direkt neben den Häusern der Liebenzeller Mission, dem deutschen Zweig der Anfang des letzten Jahrhunderts gegründeten China – Indien Mission, findet man den Einstieg ins Tal. Von Monbach läuft man gegen den Bachlauf, bekommt aber so einen Eindruck von der Tiefe und Wildheit des Tales.
Der Monbach schlängelt sich auf einer Länge von 4 Kilometern durch einen dichten und steilen Wald, fließt über steinerne Treppen und Wasserfälle, bildet immer wieder kleine Seen. Fast 250 Höhenmeter überwindet der Bach auf dieser Strecke, bis er anschließend im Tal in die Nagold fließt. Farne und Moose lieben diesen Ort, denn dort herrscht selbst im Hochsommer ein kühles und feuchtes Klima.
Vor über 100 Jahren hat der Mensch das Monbachtal für sich entdeckt und begehbar gemacht. Der Verschönerungsverein von Bad Liebenzell befestigte Wege, die teilweise bis heute über große und kleine Steine quer durch den Bach führen. Gutes Schuhwerk ist nötig, denn die Steine können feucht und rutschig sein. Immer wieder kann es passieren, dass Felsen, die sich links und rechts des Weges erheben, in den Bach stürzen und so den Wasserlauf und das Aussehen des Tales verändern.
Das Monbachtal ist ein Paradies für Naturliebhaber und Romantiker und aufmerksame Wanderer können neben der Wasseramsel, auch das winzig kleine Tannengoldhähnchen und den Eisvogel finden.
Am Ende der Schlucht auf Höhe des „Steinernen Brückle“ wird der Weg in Richtung Monakam noch einmal sehr steil. Einfach der Beschilderung Biergarten folgen – dann wird dieser Anstieg sofort belohnt. Wer lieber durch die Schlucht zurücklaufen möchte, der kann sich anschließend im Kiosk der Liebenzeller Mission stärken.
In einer steilen Kurve führt die Straße hinauf von Bad Liebenzell nach Beinberg. Der Sage nach ist dieser Ort auf den Knochen von vielen Jungfrauen errichtet. Der Riese Erkinger, der auf der Liebenzeller Burg gelebt haben soll, verspeiste die jungen Frauen und warf ihre Gebeine hinter sich – ein Berg aus Knochen entstand – das heutige Beinberg. Doch so gruselig sich diese Geschichte auch anhört – Beinberg ist ein hübsches Dorf.
Von oben auf fast 600 Metern Höhe hat man einen weiten Blick in Richtung Nagoldtal, Lengenbachtal und Golderstal. Und noch eine Besonderheit hat Beinberg zu bieten. Es ist ein typisches Waldhufendorf. Das hat den Förderverein von Beinberg und einige Landschaftsarchitekten dazu inspiriert, der Geschichte des Ortes und seiner Besiedlung nachzugehen.
Seit April dieses Jahres kann man auf einem 2 ½ Kilometer langen Rundweg alles über die ersten Siedler im Schwarzwald und ihr damaliges Leben erfahren. Der Weg ist gut begehbar und auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar.
Vom Wanderparkplatz oberhalb von Beinberg schlängelt sich der Weg entlang der Hausäcker, so nennt man bis heute die Acker- und Wiesenflächen der hier lebenden Bauern. Geschichten hören und mitmachen - ein wunderbares Ausflugsziel mit garantiertem Spaßfaktor. Wem es auf Dauer zu langweilig ist, nur auf gepflegten Wegen zu wandern, der sollte sich mit Klaus Viesel, dem Förster vom Nachbarort Maisenbach auf den Weg machen. Wandern auf historischen Waldwegen, das heißt: quer durch den Wald laufen. Und plötzlich erzählen die Steine, die man mitten im Wald findet, Geschichten aus längst vergangenen Tagen.
Beata Beier
Letzte Änderung am: 03.07.2008, 09.40 Uhr