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Die Stadt Rosenfeld bei Balingen im Zollernalbkreis ist Ziel unseres Juni-Streifzugs. Rosenfeld liegt am Kleinen Heuberg - nicht weit von der Schwäbischen Alb und nahe dem Schwarzwald.
Gerade jetzt im Frühsommer ist die Gegend eine Wonne für Naturfreunde: die hügelige Landschaft birgt Tannen- und Mischwälder, saftige Wiesen und Viehweiden, die bisweilen ans Allgäu erinnern. Eine einzige Einladung also an Wanderer und Radfahrer. Es gibt einfache und anspruchsvolle Touren rund um Rosenfeld, für die sportlich Ambitionierten genauso wie für Familien mit kleinen Kindern.
Zum Beispiel könnte man mit dem Rad am Wasserturm im Ortsteil Brittheim beginnen, wo man das Auto gut abstellen kann. Von diesem Aussichtspunkt kann man dann rund um den Waldsee fahren. Erstes Ziel ist Leidringen, auch ein Ortsteil von Rosenfeld, der die Vorstellung vom "Leben auf dem Lande" wahr werden lässt. Hier geht man noch gerne mit dem Mostkrügle in die Gewölbekeller, sieht gepflegte Bauernhäuser, viel Fachwerk und Bauerngärtchen mit Kräutern und Sonnenblumen - nach altem Brauch mit einem Holzzaun eingerahmt.
Von Leidringen fährt man weiter über den Erlenbachhof und den Kopfenhof zur Michelesmühle, von dort durch den schattigen Wald nach Rotenzimmern. Von diesem ebenfalls beschaulichen Dorf erreicht man den ruhig gelegenen Waldsee. Hier kann man sich noch einmal ausruhen, bevor es hoch nach Trichtingen geht. Über die Kreisstraße nach Leidringen und den "Bommlershof" kommt man wieder zum Brittheimer Wasserturm, den man schon von weitem sieht.
Wieder zurück, sollte man sich unbedingt noch am Brittheimer Wasserturm niederlassen, genauer gesagt im Turmstüble. Dieses urig kleine Ausflugslokal hat eine Terrasse, von der aus man ein wunderschönes Panorama zum wohlverdienten Vesper genießen kann. Man sieht auf der einen Seite den Schwarzwald, auf der anderen die Schwäbische Alb mit Hohenzollernburg, Lemberg, Lochen und Plettenberg. Die Rosenfelder nennen die Alb hier auch die "Blauen Berge", weil sie tatsächlich, vor allem bei Sonnenschein, einen blauen Schimmer haben. Dazwischen funkeln dann vereinzelt die Kalksteinfelsen dieser Berge.
Diese Tour, die der Rosenfelder Friedbert Morsch zusammen gestellt hat, ist ein eher gemütliches Halbtagesprogramm, plus Einkehrzeit natürlich. Sie ist rund 20 Kilometer lang und führt weitgehend auf autofreien Wegen.
Wer in der Innenstadt Rosenfelds unterwegs ist, wird auf jeden Fall am ehemaligen Fruchtkasten in der Frauenberg- gasse vorbeikommen. Er ist zwar nicht das älteste Rosenfelder Gebäude (das ist die Alte Apotheke gleich daneben, sie wurde 1244 erbaut), aber zweifellos das imposanteste.
Im Mittelalter diente der Fruchtkasten als Getreidelager für Notzeiten, heute ist darin das Heinrich-Blickle-Ofenplattenmuseum untergebracht. Heinrich Blickle war ein Rosenfelder Unternehmer, der in der Nachkriegszeit begonnen hatte, Ofenplatten zu sammeln. Seine Witwe Elisabeth Blickle hat daraus rund 130 gusseiserne Ofenplatten für dieses Museum ausgesucht. Die schwarzen Platten, aus denen einst Öfen zusammengebaut wurden, stammen meist aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und sind alle mit einem Motiv versehen.
Viele Wappen aus Württemberg sind ausgestellt, was kaum verwundert, schließlich wurden die Platten in staatlichen Eisenhütten gegossen. Aber auch Schmuckbilder wie Blumen oder Ornamente gibt es im Museum. Am meisten finden sich auf den Platten aber religiöse Motive: moralisch belehrende Szenen aus der Bibel, das Kruzifix, die Mutter Gottes, das Auge Gottes oder das Herz Jesu. Auf einer Ofenplatte war offenbar für alles Platz.
Letzte Änderung am: 10.06.2005, 00.00 Uhr