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Vor 25 Jahren krachte es an der Mössinger Alb gewaltig. Am 12. April 1983 brach der Hirschkopf auf einer Breite von 600 Meter ab. 8 Millionen Tonnen Erde, Felsbrocken und Geröll wälzten sich gut einen Kilometer weit ins Tal und hinterließen eine Steinwüste. Ein Jahrhundertereignis, das eine weithin sichtbare, weiße Narbe in die Alb schlug. Auch wenn die Mössinger davon nicht viel gesehen haben, denn am 12. April herrschte so dichter Nebel, dass man kaum weiter als 10 Meter sah.
Der Mössinger Armin Dieter war damals der erste, der sich in das Rutschgebiet wagte. Hätte er gewusst, was sich dort tat, hätte er das sicher gelassen, meint er heute. Er sah umgestürzte Bäume, glitt irgendwann selbst auf einer Erdscholle dahin, die sozusagen auf der fließenden Geröllmasse schwamm.
Seit diesem Tag beobachtet Armin Dieter alles, was sich am Albrutsch tut. Er kennt Pflanzen und Tiere und hat auf Fotos die Veränderungen festgehalten, die sich im Laufe der vergangenen 25 Jahre dort gezeigt haben. Tierarten kamen und gingen. Auf der freien Fläche wuchsen zeitweise Orchideen, die heute - im aufstrebenden Jungwald - keine Chance mehr haben. All das bringt Armin Dieter in gut 40 Führungen im Jahr Interessierten näher.
Aufgrund der geologischen Gegebenheiten kommen am Albtrauf immer wieder Gesteinsmassen in Bewegung – vor allem nach ausgiebigem Regen. Ein Zyklus, der seit Jahrtausenden so vor sich geht – und der die Alb, die einst bis Stuttgart reichte, immer weiter zurückweichen lässt. Geografen der Universität Tübingen haben den Albtrauf zwischen Reutlingen und Mössingen genau untersucht und Gefahrenkarten erstellt. Sie zeigen, welche Gebiete besonders rutschgefährdet sind. Wer den Albtrauf entlang läuft, stößt immer wieder auf alte und neue Rutschungen.
Ulrike Mix
Letzte Änderung am: 09.04.2008, 10.29 Uhr