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Streifzug Durch das Nagoldtal

Zu den Resten einer keltischen Fliehburg, zu einer der ältesten Kirchen Süddeutschlands und zu einer sagenumworbenen Burg führen uns unsere Streifzüge im Nagoldtal zwischen Calw und Wildberg.


Wir beginnen mit einem kleinen Rundgang bei Calw-Wimberg, um warm zu werden. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Zavelsteiner Sträßle. Dort beginnt man die sogenannte Schafott-Tour, die so heißt, weil sie auch an einer alten Hinrichtungsstätte vorbei führt.

Die letzte Hinrichtung war aber vor fast 200 Jahren. Heute kann man sich dort getrost an der eigenen Gesundheit erfreuen, zumal der Weg eine sogenannte Finnenbahn ist, aufgefüllt mit drei Schichten Holzhackschnitzeln. Das schont die Gelenke.

So eignet sich die Strecke besonders gut für Patienten nach Knie- oder Hüftoperationen, als Teil des Reha-Programms. Es ist eine leichte Strecke, knapp zwei Kilometer lang, fast ohne Steigungen, besonders gut für Nordic Walking geeignet.
Und über einen kurzen Pfad erreicht man ein Wildgehege. Dort kann man von einer frisch gebauten Besucherkanzel aus Wildschweine beobachten.

Auf den Rudersberg

Wer will, kann von Wimberg über den Verlobungsweg zum Rudersberg gelangen. Der Verlobungsweg heißt so, sich dort junge Paare ungestört fühlen konnten. Über Stock und Stein, auch mal eng am Dornengestrüpp entlang. Solche Wege wählt man, wenn man niemandem begegnen möchte. Es heißt, dass auf dem Verlobungsweg so manches Eheversprechen gegeben wurde.

Der Rudersberg war schon 4000 vor Christus besiedelt. Später hatten die Kelten dort eine Fluchtburg, noch später (etwa 700 oder 800 nach Christus) stand dort merowingisches oder karolingisches Herrenhaus. Vergleichbare Häuser aus dieser Zeit hat man in ganz Süddeutschland noch nicht gefunden.

Vom Rudersberg gehen wir hinab ins Tal, nach Kentheim. Dort steht die Candidus-Kirche, eine der ältesten Kirchen Süddeutschlands mit ihren Jahrhunderte alten Wandmalereien. Viele sind verblasst, einige kann man noch gut erkennen.

Der Nagold entlang kommen wir zum Bahnhof Station Teinach, dann biegen wir beim Parkplatz des nahegelegenen Hotels auf einen Wanderweg ein, und gehen bei der nächsten Weggabelung rechts hoch in den Wald.
Da finden wir zwei flache Steinplatten, von der Natur vor Urzeiten aneinander gelehnt: Geigerles Lotterbett. Dort suchte ein Hochzeitsgeiger einst regelmäßig Unterschlupf, wenn er nach einer Feier auf dem Heimweg von seinem Rausch übermannt wurde.

Burgruine Waldeck

Über einen schmalen Pfad am Steilhang entlang kommen wir zur imposanten Burgruine Waldeck, die vor einiger Zeit gründlich restauriert wurde. Um sie ranken sich einige Legenden: Die Tochter des einstigen Burgherren, die gütige Kriemhild, soll dort noch immer einen sagenhaften Schatz bewachen.

Manchmal erscheint sie Kindern und hinterlässt ihnen ein Haar, das sich über Nacht in ein goldenes Band verwandelt...
Wir gehen wieder ins Tal hinab. Nach ein paar Kilometern kommen wir zur Talmühle. Früher war dort war eine Gaststätte, in der Hermann Hesse öfters mit seinen Eltern eingekehrt ist. Flussaufwärts, im immer breiter werden Tal, führt die Wanderung weiter bis Wildberg. Dort kann man in die Kulturbahn steigen und mit ihr zurück nach Calw fahren.

Letzte Änderung am: 27.03.2008, 10.37 Uhr

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