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Streifzüge Reinerzau

Zwischen Freudenstadt und Schenkenzell liegt das Tal der kleinen Kinzig und der Ort Reinerzau. Insgesamt sieben Kilometer lang ist der idyllische Schwarzwaldort im kleinen Kinzigtal mit seinen zwei Ortsteilen: Oberes und Unteres Dörfle. Wasser und Wald, das findet man hier in Reinerzau im kleinen Kinzigtal zu Genüge. Kein anderes Element hat das liebliche Tal im Nordschwarzwald so nachhaltig geprägt wie das Wasser. Wasser, das war für die Menschen in Reinerzau Transportmittel, und Lebensquell.
Bis heute hat das Wasser der kleinen Kinzig eine besonders hohe Qualität - denn hier findet man keine Rückstände von Landwirtschaft oder Industrie. Und so wird Wasser im kleinen Kinzigtal auch zu einer wichtigen Ressource. In einem großen Trinkwasser-Stausee oberhalb von Reinerzau, dem einzigen Trinkwasser-Stausee in Baden-Württemberg, wird die kleine Kinzig aufgestaut und im darunter liegenden Wasserwerk zu kostbarem Trinkwasser aufbereitet.
Die Wege des Wassers im kleinen Kinzigtal kann man als Wanderer auch erlaufen - entlang dem Wasserpfad "Kleine Kinzig". Hinter der Bushaltestelle "Oberes Dörfle" von Schömberg aus kommend, zweigt die Straße rechts ab - am Wegweiser: "Wasserversorgung Kleine Kinzig". Zweihundert Meter weiter im Talgrund links abbiegen und man ist am Wanderparkplatz und Ausgangspunkt für den Wasserpfad.
Fast eben schlängelt sich der Weg entlang des Flüsschens, vorbei an noch intakter Natur. Die Wasseramsel oder die Bachforelle findet man hier und auf den feuchten Wiesen wächst seltenes Wollgras. Im weiteren Verlauf des Weges kommt man immer wieder an blauen Tafeln vorbei - und wer sich die Zeit nimmt und liest, was darauf steht, der erfährt Wissenswertes zu Themen wie Wehre, Flößerei, Tiere an und in der kleinen Kinzig, Gewässerschutz oder Trinkwasser.
Mehr Informationen zum Thema Wasser gibt es auch nach Anmeldung für Familien und Schulklassen im Wasserwerk der Wasserversorgung Kleine Kinzig. Das Wasserwerk erreicht man nach knapp zwei Kilometern und von hier aus hat man zwei Möglichkeiten, um zum Stausee zu gelangen. Laufen kann man entweder querfeldein, über einen steilen Steig (nur mit gutem Schuhwerk zu empfehlen) oder man läuft entlang der leicht ansteigenden, asphaltierten Straße den einen Kilometer bis hoch zum See.
Hier oben auf der Staumauer wird jedoch ein Jeder für den Anstieg der insgesamt knapp 200 Höhenmeter vom Talgrund aus belohnt. Rechter Hand liegt der stille See, die angestaute kleine Kinzig umrahmt von tiefschwarzen Wäldern und schaut man nach links, so hat man einen traumhaften Blick über die Bergkämme des Schwarzwalds bis nach Schenkenzell. Vor allem in den Wintermonaten, wenn im Tal der dicke Nebel hängt, kann man hier, auf fast 800 Metern Höhe in der Sonne laufen.
Wer die Ruhe liebt, der kann den See auch umrunden. Sechs Kilometer Wegstrecke liegen dann vor einem. Oder aber man hält sich links und folgt dem Wegweiser "Wasserpfad" und steigt die 2,5 Kilometer wieder hinab ins Tal. Durch einen sogenannten Blenderwald. Links und rechts des Weges stehen hier über 600 Jahre alte Tannen. Man läuft auf moosigem Waldboden und sieht immer wieder kleine Bächlein, Quellen und moosbewachsene Wasserfälle. Ein richtiger Märchenwald.
Doch auch Mountainbiker kommen hier voll auf ihre Kosten und sind auch herzlich willkommen, sollten aber bitte nur auf den dafür ausgewiesenen Wegen fahren.
Wer schließlich müde und hungrig am Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz, ankommt, kann entweder in Reinerzau in der Gasstätte Auerhahn einkehren oder aber fährt nach Loßburg-Unterbrändi in das Gasthaus "Alte Kirche" und lässt es sich bei hausgemachter Schwarzwälder Kirschtorte oder schwäbischem Zwiebelrostbraten so richtig gut gehen.

Ganz in der Nähe, in Wolfach, bietet sich die Gelegenheit die letzte Mundblashütte des Schwarzwalds zu besuchen: die Dorotheenhütte. Die Werkstätten und das Glasmuseum bieten einen beeindruckenden Blick auf eine alte, vom Aussterben bedrohte Handwerkskunst.

Letzte Änderung am: 15.07.2005, 22.27 Uhr

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