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Unser Streifzug führt durch ein Gebiet, in dem ein Albflüsschen nicht nur den Namen wechselt.
Der Ursprung der Schmiecha liegt am Rand des Albtraufs, im Gebiet eines ehemaligen Hochmoors, das von Blasenberg, Heiligenkopf und Roschberg umstanden ist.
Gemächlich fließt die Schmiecha von hier durch ein offenes Wiesental Onstmettingen entgegen, vorbei an der Wacholderheide im Längenloch mit ihren seltenen Orchideen- und Enzianarten - so beschreibt Karin Gessler die Landschaft in der Zeitschrift "Schönes Schwaben".
Das Gebiet hier oben auf der schwäbischen Alb war für die Textilindustrie sehr wichtig. Viele Strickmaschinen ratterten hier, auf Handculierstühlen entstanden Strümpfe. Alte, ausladende Fabrikgebäude beispielsweise entlang der Hauptstraße in Tailfingen erinnern uns an diese Zeit. Im Maschenmuseum in Albstadt-Tailfingen ist die Geschichte dieses Industriezweigs aufgearbeitet.

Doch nicht bloß die zahlreichen Ausstellungsstücke zeugen von der Vergangenheit, sondern auch ehemalige "Textiler" können uns darüber berichten. So erfahren wir von ihnen, dass man sich erzählt: An der Farbe der Schmiecha konnte man die Modefarbe der kommenden Saison ablesen.
Ob das "Gedächtnis des Wassers" wirklich so weit reicht sei dahingestellt. Tatsache ist aber, das die Schmiecha wirklich öfters farbig war, weil die Färber ihr Wasser zum Einfärben benutzten und der Rest eben wieder zurück wanderte.
Wir setzen unseren Streifzug per pedes und mit dem Fahrrad fort. Kurz hinter Ebingen wird das Flussbett der Schmiecha breiter, und hier zwischen diesem Ortsteil von Albstadt und der Gemeinde Strassberg, an der Stelle, an der aus der Schmiecha die Schmeie wird, hier legen wir los. Übrigens hier ändert nicht bloß unser Flüsschen seinen Namen, hier verlief früher die Grenze zwischen Württemberg und den Besitzungen des Damenstiftes Buchau.
Bei Straßberg grüßt uns die Burg Straßberg, sie liegt hoch oben über der Ortschaft. Danach wird´s für unser Flüsschen Schmeie kurzfristig wieder eng und auch unser Weg verläuft nicht mehr einfach nur gerade aus. Jahr um Jahr, Zentimeter für Zentimeter hat sich die Schmeie hier ins Gestein gefressen und dabei eine bizarre Landschaft mit schroffen Felswänden geschaffen.
Hier kann man hinauf über die alte Handelsstraße auf die Albhochfläche in Richtung Winterlingen, von dort aus geht´s dann weiter wieder hinab nach Sigmaringen hin zum Bodensee, zur Schweiz oder nach Österreich. Wir folgen aber dem Tal der Schmeie und kommen vorbei an Storzingen, Ober- und Unterschmeien. Wer sich die Zeit nimmt, kann einen Abstecher in die kühlen Räume der schmucken Kirchen am Weg machen: sie alle sind prachtvoll ausgeschmückt.
Kurz vor dem Ziel, kurz bevor die Schmeie sich in die Donau ergießt, sehen wir oben auf dem Vorsprung die Ruine Gebrochen Gutenstein.
Der Donauradwanderweg führt uns direkt an der Klostermauer des Nonnenklosters Inzigkofen vorbei. Dahinter - nur durch eine kleine Tür in der Mauer getrennt - liegt der wunderschöne Garten der Anlage und das Kloster selbst. Unser Blick schweift nun in die Ferne über die sanften grünen Hügelketten der Umgebung.
Einkehrmöglichkeiten:
- Die "Sonne" in Straßberg
- Der "Adler" in Oberschmeien
- Die "Krone" in Unterschmeien
Letzte Änderung am: 15.07.2005, 22.27 Uhr