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Streifzug Zwischen Krauchenwies und Bingen

Die Donau. Über 2800 Kilometer lang. Zweitlängster Fluss Europas – nach der Wolga. Sie fließt durch beeindruckende Landschaften. Zwischen Tuttlingen und Sigmaringen hat sie sich in die Kalkfelsen geschnitten und dabei eine atemberaubende Landschaft geschaffen. Doch die Donau floss nicht immer dort, wo sie heute fließt: Vor rund 180 000 Jahren, während der Riß - Eiszeit schob sich ein Gletscher über Süddeutschland. Er reichte von Schaffhausen über Sigmaringen bis Biberach. Dieser Gletscher versperrte der Donau kurz vor Sigmaringen den Weg und zwang sie, sich ein neues Bett zu suchen.


Das alte Donautal zwischen Sigmaringen und Bingen

Bei unserm Streifzug sind wir unter anderem im alten Donautal zwischen Sigmaringen und Bingen unterwegs. Einst bog die Donau in Sigmaringen Richtung Nordosten ab. Sie floss direkt nach Bingen und von dort weiter Richtung Riedlingen.

Dann kam die Riß - Eiszeit. Der Gletscher, der das Voralpenland bedeckte, reichte bis Sigmaringen. Bei Dietfurth sperrte der Gletscher das alte Donautal ab und staute das Wasser auf. Zwischen Immendingen und Sigmaringen – nur Wasser.Als der Gletscher wieder verschwand, ließ er Endmoränen zurück. Steinhaufen, die dafür sorgten, dass der Donau das alte Flussbett für immer verschlossen blieb.

Eine solche Endmoräne ist dort, wo heute das Sigmaringer Krankenhaus steht. Damit war der Weg nach Bingen blockiert. Die Donau musste ausweichen und arbeitete sich schließlich in Richtung Sigmaringendorf vor.

Heute fließt im alten Donaubett streckenweise die Lauchert. Die mündete ursprünglich nordöstlich von Sigmaringen in die Donau. Doch die Donau war ja weg. Also nahm die Lauchert von da an den Umweg über Bingen. Weil kurz vor Bingen jedoch ein weiterer Steinhaufen, also eine Gletschermoräne im Weg war, fraß sich die Lauchert durch eine Felsgruppe und erschuf dabei das Bittelschießer Täle. Ein wildromantisches Tal, das heute bei Ausflüglern sehr beliebt ist.


Die Seen zwischen Krauchenwies und Zielfingen

Doch die Eiszeit hat nicht nur den Lauf der Donau verändert. Sie hat die Landschaft auch auf andere Weise geprägt: Zum Beispiel haben die Gletscher beim Abschmelzen jede Menge Kies hinterlassen. Gestein, das von den Alpen bis zu uns transportiert wurde. Zwischen Krauchenwies und Zielfingen im Kreis Sigmaringen gibt es jede Menge davon – und auch mehrere Kieswerke. Die graben den Kies ab. In den durch den Kiesabbau geschaffenen Mulden ist eine ausgedehnte Seenlandschaft entstanden.

Insgesamt zehn Seen mit einer Wasserfläche von 170 Fußballfeldern gibt es zwischen Krauchenwies und Zielfingen: Seen zum Surfen, zum Baden, zum Angeln. Die Seen sind aber natürlich auch ein Paradies für unzählige Vogelarten. Vor allem der Zielfinger Vogelsee, der ein Naturschutzgebiet ist. Vom Blässhuhn und dem Haubentaucher über den Silberreiher, den Eisvogel und die Rohrdommel bis zum Fischadler kann man dort je nach Jahreszeit die verschiedensten heimischen oder ausländischen Vögel beobachten. Vorausgesetzt man hat entweder sehr gute Augen, ein Fernglas oder ein Spektiv. Bis zu 3000 Wasservögel tummeln sich auf den Seen.

Im Winter machen viele Zugvögel an den Seen Station. Solange die Wasseroberfläche nicht zufriert, bleiben sie und suchen im flachen, schlammigen Uferwasser nach Nahrung. Der NABU pflegt den Zielfinger Vogelsee seit vielen Jahren, hat Inseln im See angelegt, auf denen die Vögel brüten können. Für Eisvögel wurde extra eine kleine künstliche Steilwand nachgebaut, in der die blau-orangen Jäger ihre Bruthöhle haben.

Haubentaucher

Die zehn Seen zwischen Krauchenwies und Zielfingen sind ein wunderschöner Ausflugstipp. Verschiedene Rundwanderwege führen um die einzelnen Seen. Außerdem gibt es Schilder, die über die Entstehung des Vogelsees informieren – und andere Schilder zeigen bunte Abbildungen der verschiedenen Wasservögel, damit Unkundige die Kormorane nicht für Pinguine halten!


Ulrike Mix

Letzte Änderung am: 23.01.2007, 10.24 Uhr

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