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Sie ist gerade mal vier Jahre alt, die neue Kunsthalle in Ulm und schon kaum mehr aus der Neuen Mitte wegzudenken: vor allem auch die Glasfront, die mit immer neuen Werken die Blicke auf sich zieht. Rund Zweihundertausend haben die Kunsthalle in Ulm inzwischen besucht zu sechs verschiedenen Ausstellungen. Jetzt rückt der oberschwäbische Unternehmer Siegfried Weishaupt wieder seine eigene Sammlung in den Mittelpunkt.
Es sind neue Künstler und ganz andere Strömungen der modernen Kunst, die man bisher aus der Sammlung Weishaupt nicht kennt. Das sind zum Beispiel Bilder mit Neonröhren, schlichte weiße Quadrate und Kreise, aber auch leuchtend bunte oder blinkende Wandreliefs wie auch das Relief im großen Schaufenster zum Platz hin. Neben solcher Lichtkunst gibt es aber auch überraschender Weise Fotografie: eine besonders drapierte Anhäufung von Spazierstöcken oder einen Kirschbaum in voller Blüte: nachts abgelichtet, die Umgebung ist völlig dunkel.

Doppelbild mit Klecksen von Sigmar Polke
Die neue Werkschau zeigt 30 ganz verschiedene Künstler aus allen Ländern Europas und aus den USA, von den 60er Jahren bis heute. Kathrin Weishaupt-Theopold, die Tochter und Museumschefin, bringt das alles in einen schlüssigen Zusammenhang. Mal ist es die sonnengelbe Farbe, mal die geometrische Form oder auch schlicht das Material, wie Holz oder Wachs, das die Werke verbindet: eine Verbindung, die man spürt und sich daran freut, ohne viel über die moderne Kunst und die Konzepte dahinter wissen zu müssen. Schließlich sammelt der schwäbische Unternehmer ja seit 40 Jahren – so sagt er es selbst - aus dem Bauch heraus, und Farben spielen eine große Rolle. Einleuchtend also, dass Kathrin Weishaupt-Theopold die riesige Leuchtschrift eines italienischen Künstlers so platziert, dass man die Botschaft, die zum Papa bestens passt, über die ganz Etage lesen kann.
Die Ausstellung "Auf den zweiten Blick" ist bis 3. Juni 2012 zu sehen. Langweilig wird es auch in Zukunft nicht werden, denn Siegfried Weishaupt hat noch einige Schätze im Depot: zum Beispiel berühmte Künstler aus dem Paris der Nachkriegszeit - wie Chagall.
Anita Schlesak/ri
Letzte Änderung am: 12.12.2011, 11.42 Uhr