Solist:
Jennifer Rush (voc)
Komponist:
Candy DeRouge
Gunther Mende
Erschienen:
1985
Ein Lieblingskind der Kritiker kann Jennifer Rush in ihrer Heimat nicht genannt werden, doch die Verkaufszahlen ihrer Platten machen diesen Makel wieder wett.
Als Heidi Stern geboren wuchs sie in den USA und Deutschland auf. Nach einem Klavier-, Geigen- und Gesangsstudium brachte sie ihre erste Platte "Heidi" in den USA heraus, die aber floppte. Danach arbeitete sie in München als Sekretärin beim Militär, bis ihre erste Single die Hitparade eroberte. Von ihrer ersten LP "Destiny" wurden auf Anhieb weit über 500.000 Stück verkauft, das zweite Album "Movin" von 1985 war ähnlich erfolgreich. Auf ihrer ersten Deutschland-Tournee 1985 sang Rush in ausverkauften Hallen. Als Grund für ihren überraschenden Erfolg gilt ihre warme, kraftvolle Stimme, ein gut ausgebildeter und wandlungsfähiger Mezzosopran mit einem kultivierten Tremolo, was in der Rockmusik selten vorkommt.
Der spannende Widerspruch zwischen diesem Pathos und den rhythmischen Gewalten der Songs "The power of love", "25 Lovers", "Destiny" oder "Flames of paradise" trägt zu der Faszination bei. Außer in der Deutschland hat die Sängerin besonders in Südafrika, Schweden und Spanien Erfolg und konnte in England den Preis für die "meistverkaufte Single einer Solokünstlerin in der Geschichte der englischen Musikindustrie" entgegennehmen. 1987 meldete sie sich mit einer weiteren Europa-Tournee zurück. Bis 1992 erschienen weitere Alben auf dem Markt, doch ihr Erfolg ging in den 90er Jahren ein wenig zurück. Mit "Tears in the Rain" landete sie noch einmal einen Hit. Sie arbeitete unter anderem mit Brian May zusammen und sang ein Lied für den Soundtrack zum Disney-Film "Pocahontas" ein.
1998 erschien "Classics", ein Album auf dem sie ihre Hits als Klassikversion präsentierte und vom Hungarian National Philharmonic Orchestra, sowie von José Carreras unterstützt wurde.
Danach gönnte sich Rush eine kreative Auszeit und lebte mit ihrer Tochter Ariel in New York City, 2006 zog sie nach London.
Nach über zehn Jahren erscheint 2010 wieder ein neues Studioalbum: "Now is the hour".