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November 2011 Tragseile putzen hoch über der Nebeldecke – die Pfänderbahn wird gewartet

Mehr als eine halbe Million Menschen gleiten jedes Jahr in den Panoramagondeln der Pfänderbahn hinauf auf den gut 1.000 Meter hohen Hausberg von Bregenz und Lindau, um die Aussicht zu genießen, wandern zu gehen oder einfach nur einzukehren. Derzeit geht das nicht, denn seit dem 7. November steht die Pfänderbahn still. Sie muss gewartet werden, wie in jedem Jahr.

Das dauert drei Wochen und ist zum Teil Knochenarbeit in schwindelnder Höhe. Schon in der Talstation sieht es nach Baustelle aus: die Fußböden sind mit Pappe ausgelegt, alles Inventar ist in Folie eingeschweißt. Im Inneren, dort wo die zwei Kilometer langen Tragseile verankert sind, werden gerade schwere Kettenzüge getestet. Im Blaumann turnt Josef Gasser mit seinen Kollegen zwischen Tragseilen, Rollen und Ankern herum. Drei Wochen lang kommt jetzt jedes Einzelteil auf den Prüfstand. Betriebsleiter Manfred Berktold hat ein wachsames Auge auf jeden Handgriff - und die Sicherheit. Sind die Kettenzüge geprüft, fahren die Männer hinauf zu den Tragstützen.

Durch dichten Nebel geht es ab in die Sonne. Zwei Tragstützen nur hat die 2 Kilometer lange Pfänderbahn, die eine steht mehr als 50 Meter hoch schräg am Abhang. Oben drauf und angeseilt müssen die Männer mit den Kettenzügen das unterarmdicke Stahlseil lupfen, 120 Tonnen. Das verlangt höchste Konzentration, so Berktold, viele alte Seilbahnern in den Wintersportgebieten haben dabei schon Finger gelassen. 25.000 Stunden ist die Pfänderbahn jedes Jahr in Betrieb, 350 Tage. In diesem Jahr spielt zumindest das Wetter mit – es gab auch schon Revision auf schneebedeckten Stützen. Nur für die Nebeldecke, die zu ihren Füßen über Bodensee und Rheintal in der Sonne glitzert, haben die Arbeiter kaum ein Auge. Im kommenden Jahr wird die Wartung der Pfänderbahn besonders haarig: da muss das ganze Tragseil ein bisschen den Berg hinauf gezogen werden, damit auf den Stützen nicht immer dasselbe Stück aufliegt und reibt. Bis zum 26. November ist die Wartung der Pfänderbahn abgeschlossen.


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Karin Wehrheim

Letzte Änderung am: 08.11.2011, 15.49 Uhr

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