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Nach dem parteilosen Sebastian Turner will nun auch Andreas Renner als CDU-Kandidat in die Oberbürgermeisterwahl gehen. Der frühere OB von Singen und Ex-Sozialminister ist derzeit Lobbyist für die EnBW in Berlin und Brüssel.

Andreas Renner
Das Amt des Stuttgarter Oberbürgermeisters ist für mich persönlich eines der interessantesten Ämter in unserem Land.
, schreibt der 52-Jährige in einem Brief an die Mitglieder der CDU Stuttgart. Für den gebürtigen Stockacher haben sich bereits einige prominente Christdemokraten ausgesprochen – unter anderem der frühere Finanzminister Gerhard Mayer-Vorfelder sowie Fraktionschef Peter Hauk.
Renner sei kommunikativ, als ehemaliger OB von Singen habe er die nötige Verwaltungserfahrung, so dass mit ihm diese wichtige Volkswahl gewonnen werden könnte. Renner ist derzeit bei der Energie Baden-Württemberg beschäftigt. Für den Energiekonzern leitet er die Repräsentanzen in Brüssel und Berlin.
Schlagzeilen machte Renner mit Aussagen wie der 2005, als er den damaligen US-Präsidenten George W. Bush für sein Hurrikan-Krisenmanagement mit den Worten kritisierte: Der gehört abgeschossen.
Im Streit über seine CSD-Schirmherrschaft soll er ein Jahr später zu Bischof Gebhard Fürst gesagt haben: Halten Sie sich da raus, fangen Sie doch erst einmal damit an, Kinder zu zeugen.
Er selbst wollte immer gesagte haben: Lassen sie erst einmal zu, dass ihre Priester Kinder zeugen.
Kurze Zeit später trat Renner als Sozialminister zurück.
Die Oberbürgermeisterwahl findet am 17. Oktober statt. Amtsinhaber Wolfgang Schuster (CDU) kandidiert nicht mehr.
Wer für die CDU ins Rennen geht, soll am 17. März bei einem mitgliederoffenen Kreisparteitag entschieden werden.
Auch als er später zur EnBW wechselte, nahm Renner kein Blatt vor den Mund: Den damaligen EnBW-Chef Utz Claassen nannte er wegen seines Führungsstils einen Rambo unter den deutschen Managern
.
Renner ist in dritter Ehe verheiratet. Er liebt schnelle Autos und hält sich mit Joggen fit. Er zählt zu den eher liberalen, urban geprägten Christdemokraten. Sein Lebensmotto lautet: Es kommt, wie es kommen muss.
SPD, FDP und Grüne
Während sich bei SPD und FDP bislang keine eigenen Kandidaten abzeichnen, hat für die Grünen Fritz Kuhn sein Interesse bekundet. Kuhn ist Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Er lebte mit seiner Familie mehrere Jahre in Stuttgart.
Quelle: SWR4 Baden-Württemberg
Letzte Änderung am: 08.02.2012, 09.36 Uhr