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Ein ganzes Dorf für die Mitarbeiter, das war das Konzept des Zeppelinwerkes Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurden ausgebessert, das Dorf steht seit langem unter Denkmalschutz. Jetzt wird ein Haus zum Museum hergerichtet.

Das Zeppelindorf erhält ein Museumshaus
Ein eigenes Dorf in der Stadt – das war und ist das Zeppelindorf in Friedrichshafen. Direkt am Werksgelände der Zeppelin-Unternehmen wurde es ab 1914 als Arbeitersiedlung gebaut, eine der größten in Süddeutschland, und bis heute wohnen Mitarbeiter dort, denn die haben Wohnrecht bis an ihr Lebensende. Seit 20 Jahren steht das Zeppelindorf unter Denkmalschutz, jetzt soll eines der 76 Häuser zum Museumshaus werden: König-Wilhelm-Platz 12.
Seit die Bewohnerin hochbetagt starb, wird hier gewerkelt und vorsichtig freigelegt, wie die Häuser im Zeppelindorf vor fast hundert Jahren gestaltet waren, gebaut von der Zeppelin Wohlfahrt GmbH. Unter dicken Schichten Tapete tauchte der Originalanstrich auf, blaugrau, lindgrün und blassorange. Und unter der Decke zog sich sogar ein graphisches Muster um den Raum, zeigt Bauleiter Johannes Steurer.
Für ihre Arbeiter ließen sich die Zeppelinwerke nicht lumpen: Die alten Dielen sind aus teurer Schwarzkiefer, die Türen massives Holz, Griffe und Armaturen waren verziert, ebenso das Treppengeländer ins Dachgeschoss. Das künftige Museumshaus hat unten Wohnküche, Spülküche, Schlafzimmer und die gute Stube mit kleinem Erker. Oben war Kaltdach. Für den Museumsbetrieb wird das alte Walmdach gedämmt, so, dass der Dachstuhl sichtbar bleibt, denn das Haus soll nicht nur Architekturbegeisterte anlocken, es wird auch Unterrichtsstation für Friedrichshafener Schulkinder.
Quelle: SWR4 Baden-Württemberg
Letzte Änderung am: 03.02.2012, 07.38 Uhr