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Forschungsfabrik in Stuttgart Uni kooperiert mit Automobilindustrie

Nichts Geringeres als der Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und Wirtschaft soll mit der "ARENA2036" gelingen. Jetzt wurde der Grundstein dazu in Stuttgart-Vaihingen gelegt.

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Forschungscampus ARENA2036

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Ein Modell des Forschungsneubaus ARENA2036 der Universität Stuttgart

Ein Modell des Forschungsneubaus ARENA2036 der Universität Stuttgart

Hinter dem Begriff "ARENA2036" verbirgt sich eine Forschungsfabrik auf dem Campus der Universität Stuttgart, in der 160 Ingenieure und Wissenschaftler verschiedener Forschungseinrichtungen gemeinsam an wichtigen Zukunftsaufgaben der Automobilbranche arbeiten sollen. Leichtbau und innovative Produktionstechnologien stehen dabei im Vordergrund. Theorie und Praxis sollen an einem Ort zusammengeführt werden und in der Simulation gleich praktisch erprobt werden. Untersucht werden soll, wie die Fertigung von Autos noch effizienter werden kann. Durch eine weitere Digitalisierung der Produktion könnten in Zukunft Autos mit einer integrierten Kamera selbstständig durch den Produktionsprozess fahren. Dadurch würden komplexe Förderbänder überflüssig und die Fertigung von Autos flexibler werden.

Mit Maurerkelle und Mörtel wird der Grundstein zum Forschungscampus ARENA2036 gelegt

Politiker, Wirtschaftsmanager und Hochschulverantwortliche zelebrieren die Grundsteinlegung.

Autobauer und Wissenschaftler

Die Zahl in der "ARENA2036" steht nicht für den Einzugstermin, sondern weist darauf hin, dass im Jahr 2036 das 150-jährige Jubiläum des Automobils gefeiert wird. Daher sind auch Konzerne wie Daimler, Festo, BASF und Bosch an dem Forschungscampus beteiligt. Von wissenschaftlicher Seite ist neben der Uni Stuttgart, das Fraunhofer Institut und das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum mit dabei. Bei der Grundsteinlegung am Mittwochmittag waren auch Finanzminister Nils Schmid (SPD) und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) anwesend. Bauer würdigte das Projekt als "hervorragendes Modell für effektiven Technologietransfer" und sagte: "ARENA2036 zeigt, wie Wissenschaft und Wirtschaft in Zeiten der Digitalisierung der Produktion zusammenfinden können. Anstelle des Fließbands tritt die flexible Interaktion zwischen Mensch und Maschine - mit ARENA2036 positioniert sich Baden-Württemberg weiter an der Spitze der innovativsten Regionen Europas".

27 Millionen Euro Baukosten

Der Bau der Halle kostet 27 Millionen Euro. Die Hälfte davon übernimmt die Universität Stuttgart, die andere Hälfte kommt vom Land, das europäische Fördermittel verwaltet und dafür einsetzt. Jährlich zwei Millionen Euro an Zuschüssen zur Forschung zahlt der Bund in den kommenden 15 Jahren. Die Partner aus der Industrie werden in den ersten fünf Jahren rund 30 Millionen Euro in das Projekt investieren. Bis Mitte 2016 soll der Rohbau stehen, spätestens im Frühjahr 2017 sollen die Forscher und Entwickler einziehen.

Revolutionärer Autobau

Herzstück der "ARENA2036" wird eine Halle sein, in der Produktionslinien als einzelne Module aufgebaut sind. Halbfertige Autos werden so von Arbeitsstation zu Arbeitsstation weitergereicht, wo die nächste Entwicklung eingebaut und getestet wird. Dabei sollen Roboter auf gänzlich neue Weise mit Menschen interagieren. Nach den Vorstellungen der Projektverantwortlichen soll die Forschungsfabrik dazu dienen den Produktionsstandort Deutschland zu sichern.

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