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15 Millionen Familien haben letztes Jahr spezielle Milchprodukte für Kinder gekauft. Manche Eltern glauben, dass zum Beispiel Kindermilch besser für die Kleinen ist als normale Milch. Doch genau das stimmt nicht, sagt die Verbraucherzentrale.

Kindermilch enthält oft zu viele zugesetzte Vitamine.
Der erste Pudding speziell für Kinder und Bärchenwurst bringen den Herstellern zweistellige Wachstumsraten. Die Supermarktregale füllen sich mit immer mehr Produkten speziell für Kinder, egal ob Pizza oder Tütensuppen. Hier das Richtige für den Nachwuchs zu finden, sei schwierig, meint Ernährungswissenschaftlerin Petra Renner-Weber. Denn die Industrie hält sich nicht an die Selbstverpflichtung, die sie vor über zwei Jahren abgegeben hat. Sie wollte auf Reklame verzichten, die sich an Kinder bis zwölf richtet.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert deshalb, dass die Politik ein solches Verbot durchsetzt. Denn mittlerweile gibt es auch extra Produktlinien für Minis von ein bis drei Jahren. Dabei haben diese Angebote eher Nachteile. So ist etwa Kindermilch - wie viele andere Kinderlebensmittel auch - stark angereichert mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen. "Sie enthält zu viel davon, was zu Überversorgung führen kann und problematisch ist für Kleinkinder.", sagt Clara Meynen vom Verbraucherzentrale Bundesverband, der deshalb vor den Kinderlebensmitteln warnt.
Und es gibt noch mehr Gründe gegen Kinderlebensmittel, meint Ernährungsberaterin Petra Renner-Weber: "Kinder entfernen sich immer mehr von dem natürlichen Geschmack, weil zum Beispiel ein normaler Quark nicht diesen Aromengeschmack hat, wie diese Fertiglebensmittel." Selbst kochen und anrühren ist deshalb besser.
Sabine Schütze, SWR-Redaktion Umwelt & Ernährung
Letzte Änderung am: 27.01.2012, 11.33 Uhr