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Fit ins Jahr Der Garten als Freiluft-Fitness-Studio

Ein Ort, den man vielleicht nicht sofort mit dem Thema "Fitness" in Verbindung bringt, ist der Garten. Dort kann man sich aber bestens fit machen und halten! Das meint jedenfalls unser SWR4-Gartenexperte Volker Kugel.

Der Garten als "Freiluft-Fitness-Studio"... Ist das nicht etwas weit hergeholt?

Kugel: Nein, das ist sogar wissenschaftlich bewiesen! Die Universität Tübingen hat ganz aktuell in 2011 eine Untersuchung vorgelegt, in der Tätigkeiten bei der Pflege von Streuobstbäumen und beim Obsternten genau untersucht wurden. Und die besagt: wer Bäume schneidet, der tut seinem Körper in vergleichbarer Weise Gutes, wie er es bei einem Besuch im Fitness-Studio auch täte. Muskelkraft und Ausdauer werden gestärkt, die motorischen Fähigkeiten trainiert. Allerdings ist die Garten-Aktivität in der Regel eher moderat, so dass der Schwerpunkt auf der Erhaltung der Muskeln und Fähigkeiten liegt, weniger beim Neuaufbau.

Kondition und Muskelkraft kann ich aber bestimmt nicht nur auf der Obstwiese fördern. Das Gesagte gilt doch bestimmt auch für viele andere Tätigkeiten im Garten?

Kugel: Ganz genau! Da gibt es noch andere interessante Untersuchungen, die diese Wirkung belegen: Eine Stunde schwere Gartenarbeit - wie zum Beispiel Pflanzarbeiten - verbraucht etwa 500 Kalorien. Auch bei leichteren Arbeiten, wie Unkraut jäten oder Rückschnittarbeiten, werden noch circa 350 Kalorien pro Stunde verbrannt. Den Vergleich kann ich aus eigener Erfahrung liefern: 5 Kilometer Joggen in flottem Tempo verbraucht auch 500 Kalorien.

In diesem Vergleich schlägt sich die Gartenarbeit erstaunlich gut! Aber es geht ja nicht nur um die körperliche Fitness. Gartenarbeit ist ja auch gut für's Gesamtbefinden...

Kugel: Nicht nur die Physis, das Körperliche, ist wichtig, sondern auch die Psyche – der Geist. Beide wirken ja eng zusammen. Um dem gefürchteten "Winterblues" - der Abgeschlagenheit während der dunklen Jahreszeit - entgegenzuwirken, sollte man sich tagsüber so viel wie möglich im Freien bewegen. Wer zu viel drinnen sitzt, bekommt einfach nicht genug Licht – und dieser Lichtmangel schlägt auf's Gemüt. Also: Raus in den Garten, auch an trüben Tagen. Auch jetzt im Winter lässt sich immer etwas aufräumen, anschauen, planen ...
Der Aufenthalt an der frischen Luft, die Ablenkung vom immer hektischer werdenden "Alltagsbetrieb" machen uns insgesamt den Kopf frei, geben uns Ruhe zurück und oftmals (das weiß ich aus eigener Erfahrung) kommen einem bei der Gartenarbeit die kreativsten Ideen – und zwar nicht beim krampfhaften Überlegen, sondern quasi nebenher.

Letzte Änderung am: 23.01.2012, 15.13 Uhr

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