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Geldanlage  Gier frißt Hirn! Vorsicht vor Abzocke bei Geldanlagen!

Kassieren Sie bis zu 71 Prozent Zinsen! Solche Versprechen sind unseriös. Derzeit wird vor dem Landgericht Mannheim gerade einem Anlagebetrüger der Prozess gemacht, der mit genau solchen Versprechen hunderte Sparer hereingelegt hat. Um bis zu 28 Millionen Euro soll er sie betrogen haben. Wir sagen Ihnen wie Sie die schwarzen Schafe unter den Geldanlagen entdecken können.

Geldscheine

Vorsicht bei all zu hohen Renditeversprechen! Zaubern kann kein Finanzexperte.

Der gesunde Menschenverstand

Ist in aller Regel bei Geldanlagen ein ganz guter Ratgeber. Vorsicht ist bei Geldanlagen geboten wenn mich solch ein "Anlageberater" von sich aus anruft. Und wenn er dazu noch mit wahnsinnig hohen Zinsen lockt, und versucht mich unter Druck zu setzen. Also sagt: "schnell, schnell, nur noch heute, oder nur noch diese Woche." Dann am besten Finger weg und Hörer auf die Gabel! Eine seriöse Finanzberatung, da muss man schon selbst aktiv werden und die anrufen. Und dann nehmen sich die auch Zeit und klären einen genau über Chancen und Risiken auf. Weil bei der Geldanlage immer gilt: je höher der versprochene Zins, desto größer ist auch das Risiko!

Finger weg von extrem hohen Zinsversprechen

Wenn Zinsen im hohen zweistelligen Bereich versprochen werden sollte man ablehnen. Aber natürlich kann man, wenn man das nötige Geld auf der hohen Kante hat, auch einmal etwas riskieren. Zum Beispiel in dem man Aktien kauft. Da können hohe Gewinne bei rauskommen, aber eben auch ein hoher Verlust. Deshalb sollte man bei der richtigen Geldanlage Risiken immer verteilen, also niemals all sein Geld bloß in eine Aktie investieren. Besser sowieso in einen Aktienfond, der in verschiedene Unternehmen investiert.

Anlagestrategie muss zur Lebenssituation passen

Wie ich mein Geld anlege ist eine sehr persönliche Entscheidung und hängt etwa davon ab, wie alt ich bin, wie viel ich verdiene, wie viel ich monatlich an Ausgaben habe, ob ich Familie habe. Wie viel ich also tatsächlich auf die hohe Kante legen kann. Und dann, wofür ich mein Geld ansparen will. Will ich ein Haus oder eine Wohnung kaufen? Will ich irgendwann einmal ein dickes Auto fahren oder eine Yacht? Oder will ich später im Alter einfach ein bis zwei Jahre früher mit der Arbeit aufhören können und mit dem Ersparten meinen Lebensabend genießen. Je nach Lebensphase und Lebensplanung gibt es dann auch unterschiedliche Möglichkeiten der Geldanlage. Mit 50plus zum Beispiel wäre eher zu einer sicheren Anlageform zu raten, mit Mitte 20 kann man vielleicht auch mal etwas riskieren.

Professionelle Unterstützung hilft im Anlagedschungel

Nun dass Problem bei der Finanzberatung durch eine Bank oder einen Versicherungsvertreter ist immer, dass die mir als Kunde möglicherweise nicht dass verkaufen wollen, was für mich sinnvoll ist, sondern dass mit dem sie am meisten an Provisionen verdienen. Bankberatung ist also niemals kostenfrei, sondern man bezahlt sie meist hinterher und indirekt über die Provisionen mit. Ich selbst habe gute Erfahrungen mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gemacht, auch die bieten eine Finanzberatung an. Für die man aber zahlen muss, 160 Euro für 2 Stunden. Außerdem gibt es noch so genannte freie Honorarberater, diese sind unabhängig, kassieren also keine Provisionen für den Verkauf von Finanzprodukten, dafür muss man sie als Kunde für ihre Beratung bezahlen. Und das sind dann leicht zwischen 100 und 200 Euro pro Stunde. Zu nennen sind hier etwa die "AltenHasen", dass ist eine Gruppe von unabhängigen Bankkaufleuten, alle schon pensioniert, die nun Finanzberatung gegen Geld anbieten und auch Anlegerseminare speziell für Senioren, etwa zum Thema "Geldanlage im Alter".

Gold, Immobilie oder Aktien?

Guter Rat wo mein Geld am Besten aufgehoben ist, der ist derzeit teuer. In der Tat, der Immobilienmarkt ist schon ziemlich leergefegt. Und der Goldpreis relativ hoch, dazu schwankt er noch stark. Wer sein Geld im Alter sicher anlegen möchte, dem winken derzeit wirklich nur Mini-Zinsen, die im Höchstfall vielleicht gerade mal knapp über der Inflationsrate liegen. Tagesgeld ist da eine Möglichkeit, oder wer sich länger festlegen kann und möchte, so für 2 bis 3 Jahre, der kann auch in Festgeld investieren. Eine gute Übersicht dazu findet sich Monat für Monat in der Zeitschrift "Finanztest" die von der Stiftung Warentest herausgeben wird.

Lutz Heyser, SWR Wirtschaftsredaktion

Letzte Änderung am: 16.01.2013, 10.34 Uhr

SWR-Wirtschaftsredakteur Lutz-Martin Heyser Programm | Team Lutz Heyser

Lutz Heyser ist SWR-Experte für alle Wirtschaftsthemen.

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