Es ist ein Ende auf Raten. Seit einem Jahr gibt es die 100 Watt Glühbirne nicht mehr und seit heute darf auch die 75 Watt Birne nicht mehr produziert und vertrieben werden.

Sie sind teurer, können nicht in den Restmüll geschmissen werden und teilweise haben sie auch ein recht gewöhnungsbedürftiges Licht - die Energiesparlampen. Doch sie benötigen wesentlich weniger Strom. Und deswegen werden sie Schritt für Schritt die mehr als hundert Jahre alten Glühbirnen ersetzen.
Während bei herkömmlichen Glühbirnen mehr als 90 Prozent des benötigten Stroms als Wärme verloren gehen, benötigen Energiesparbirnen gerade einmal rund ein Fünftel des Stroms um gleich hell zu leuchten. Zudem gehen Energiesparbirnen in der Regel deutlich später kaputt als Glühbirnen.
Ein Ende auf Raten
Verbot von Glühbirnen:
1.09.09: 100 Watt
1.09.10: 75 Watt
1.09.11: 60 Watt
1.09.12: 40 & 25 Watt
Mit dem heute in Kraft tretenden Verbot ist die Produktion und der Handel von 75-Watt-Birnen verboten. Läden dürfen nur noch die 75-Watt-Birnen verkaufen, die sie schon im Lager haben.
Ein Problem der Energiesparbirnen ist die Entsorgung. Da sie Quecksilber enthalten, dürfen sie nicht in den Restmüll geworfen werden. Vor kurzem hatte die Deutsche Umwelthilfe das bisherige Rücknahmesystem als mangelhaft kritisiert. Testbesuche in Bau- und Elektromärkten sowie Drogerien hätten ergeben, dass nur knapp jeder fünfte Händler Sammelbehälter zur Abgabe von Altlampen aufgestellt habe.
Als Alternative zur guten alten Glühbirne gibt es nicht nur Energiesparbirnen, sondern auch Halogenlampen und LED. Ein Vergleich lohnt sich, denn nach Informationen der Stiftung Warentest gibt es große Preisunterschiede - auch unter den Energiesparbirnen an sich. Nach Informationen der Warentester lohnt sich meist der Kauf einer teureren Sparlampe, weil diese oft schneller hell werden, besseres Licht machen und länger halten. Energiesparlampen gibt es mittlerweile auch in Form einer klassischen Glühbirne. Die wenigen dimmbaren Modelle sind mit etwa 30 Euro noch recht teuer.
Eine Energiesparlampe hält fast zehn Mal so lange wie eine Glühlampe. Auch Halogenlampen und LED müssen deutlich seltener gewechselt werde. Teils betragen die jährlichen Gesamtkosten für Lampenkauf und Strom so ein Viertel der Kosten einer konventionellen Glühbirne. Nach Berechnungen der Stiftung Warentest spart der Nutzer zwischen 50 und 180 Euro auf 10.000 Betriebsstunden gerechnet. Das sind je nach Nutzung zwischen drei und zehn Jahren.
Bei Energiesparlampen empfiehlt es sich, auf Lichtfarbe und Farbwiedergabe zu achten. Die Angaben dazu müssen ab sofort auf der Packung stehen. Die Lichtfarbe wird in Lumen (lm) gemessen. Je höher der angegebene Lumenwert, desto heller das Licht. Bei der Lichtfarbe gilt: Je niedriger der Kelvin-Wert, desto wärmer die Lichtfarbe. 2.700 Kelvin entsprechen der Lichtfarbe «warmweiß», die sich ebenso wie «extra-warmweiß» für Wohn- und Schlafräume eignet. In Büro oder Küche werden «tageslichtweiß» oder «neutralweiß» empfohlen.
Fragen an Werner Eckert, Leiter der SWR-Umweltredaktion:
"Nein, dafür gibt es bislang keine Hinweise. Und es gibt ein stichhaltiges Argument, das gegen diese Behauptung spricht. In öffentlichen Gebäuden werden schon seit langem nur noch Beleuchtungen mit Energiesparlampen installiert. Und bislang liegen keine Studien vor, die ein erhöhtes Krebsrisiko belegen."
"Ja, das ist korrekt. Qualitativ hochwertige Energiesparlampen sind jedoch silikonisiert. Wenn die mal runterfallen, kann das Quecksilber nicht austreten. Es besteht dann keine Gesundheitsgefahr."
"Das kann man so nicht sagen. Leuchtstofflampen haben meist einen höheren Blaulichtanteil. Das ähnelt sehr stark dem Tageslicht. Es aktiviert und macht fit. Wer abends damit beleuchtet, kann tendenziell schlechter schlafen. Aber es gibt inzwischen auch Energiesparlampen, die genauso warm leuchten wie Glühbirnen."
"Der CO-2 Ausstoß soll verringert werden. Das dient dem Klimaschutz. Die Entscheidung der Europäischen Union ist übrigens kein willkürliches Verbot. Im Gegenteil. Die EU hat Effizienzkriterien aufgestellt. Moderne Energiesparlampen erfüllen diese Kriterien - Glühbirnen jedoch nicht."
Letzte Änderung am: 31.08.2010, 10.54 Uhr