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Raus mit Klaus Keineswegs für die Katz

Es ist keineswegs für die Katz, wenn man hier am Katzenbuckel wandern geht. Das ist das (tierische) Fazit unserer Tour im hohen Odenwald, der seinem Beinamen "Winterhauch"  trotz der Frühlingssonne alle Ehre gemacht hat, denn kalt war’s doch.

Egal – wer hier wandert, erlebt schönste Aussichten, lernt viel über die Erdgeschichte und kann am Ende stilvoll baden gehen. Nur Katzen – keine einzige haben wir entdeckt.

Pferdestärken mit Stutenmilch

Aber der Reihe nach. Wer wandert, muss gut gerüstet sein – wir stärken uns deshalb vor dem Start mit einem Gläschen Stutenmilch vom Hofgestüt im Waldbrunner Ortsteil Mülben. Die 300 Pferde sind ringsum auf den Weiden verteilt, wir sehen sie bei unserer Tour über die Hochfläche immer wieder. Die Gegend ist offen, Wiesen, Hecken, überall schöne Aussicht. Am "Brummerskreuz" - dort könnte man auch starten - gibt’s in der Mitte des Kreisverkehrs gleich einen Einblick in die Ortsgeschichte.

Steine, Steine, Steine: Sie stammen aus dem Steinbruch am Katzenbuckel, der im Lauf der Jahrzehnte am Berg genagt hat. Das ist Geschichte, eine Lore hier auf dem Kreisel erinnert daran.

Wahrhaft ein Buckel

Der Weg führt nordwestlich in den lichten Hochwald, der jetzt im Frühling mit seinem zarten Grün besonders schön ist. Sozusagen von oben wandern wir ins Dorf Waldkatzenbach, vorbei am früheren Lichtbad. Da haben sich die Kurgäste in Liegestühlen gesonnt und die Aussicht betrachtet. Sie hatten, so wie wir heute, den Katzenbuckel im Blick. Der ist tatsächlich eher ein Buckel: Ringsum die Landschaft ungefähr auf 500 Höhenmetern, da sind die 626 Meter des Gipfels nicht besonders herausragend. Dennoch, der Katzenpfad ist ein bisschen schweißtreibend, wenn man ihm folgt Richtung Bergesspitze. Unterhalb des Turms die Freyaquelle, Trinkwasser, wie uns Wanderführer Rolf Reichenbacher versichert.  Es bringt uns zum Singen: Denn hier oben hat dann die ganze Wandertruppe das Odenwald-Lied angestimmt. Allen voran Schlagerstar Birgit Langer, mein Wandergast im Hohen Odenwald. Die Fotos im Blog mögen es belegen: Ihr hat es allerbestens gefallen bei dieser Rundtour auf höchstem Niveau.

Wie bei Karl May

Denn höher als hier ist der Odenwald nirgends. Ganz oben auf dem Turm tolle Aussicht – bis zum Nordschwarzwald, zur Pfalz, die Löwensteiner Berge sind zu sehen und manchmal auch der Stuttgarter Fernsehturm.

Wer hier einen Kompass dabei hat, wird staunen: Weil das Gestein des früheren Vulkans magnetisch ist, dreht sich der Kreisel mal hierhin, mal dorthin. Verlaufen kann man sich aber trotzdem nicht. Einfach dem "Weg der Kristalle" folgen, bergab Richtung See. Unterwegs eine Skischanze: Ja, auch das gibt es hier, mit Belag fürs Sommerspringen. Und dann schauen wir in den romantischen See, der eigentlich ein vollgelaufener Steinbruch ist. Steile Felswände ringsum, dichter Wald als Kulisse: Ich habe an Karl May und den Schatz im Silbersee denken müssen...

Zwölf Kilometer, die sich lohnen

Von nun an geht’s bergab. Durch die Wiesen nach Waldkatzenbach, vorbei dann an der mächtigen Dorflinde (in der Lindenstraße!), kurzer Blick ins Feriendorf, und dann durch den Kurpark zum Ziel: der Katzenbuckeltherme. 34 Grad hat das Wasser, Außenbecken gibt’s, die Vögel zwitschern, ein schöner Ort zum Aufwärmen. Rund 12 Kilometer sind es, wenn man die Tour am Brummerskreuz gestartet hat, aus meiner Sicht 12 Kilometer, die sich unbedingt lohnen. Eben: Nicht für die Katz!

Klaus Gülker

Letzte Änderung am: 15.04.2011, 09.58 Uhr