Navigation

Volltextsuche

Seite vorlesen:

Wanderung Allensbach - ein Wintermärchen

Wenn eine Wanderung in Kaltbrunn startet, dann ist das ja zu erwarten: Das Thermometer zeigt minus 2 Grad, als wir starten. Schönstes Winterwetter! Eine dünne Schneedecke hat sich auf die hügelige Landschaft des Bodanrücks gelegt, die Wälder sind überzuckert mit Weiß.

Winterlandschaft auf dem Bodanrück

Kaltenbrunn macht seinem Namen alle Ehre

Auf einem bequemen Waldweg geht’s jenseits des Ortskerns westlich Richtung Stöckenhof. Alfred Heizmann, Fastnachts-Urgestein von der Insel Reichenau, ist mein Wandergast und hat sich für die Wintertour bestens ausgerüstet. Holzfällerjacke, von der Mutter gestrickte Wollmütze, und natürlich hat er immer ein herzwärmendes Versle im Gepäck: "Wenn es weiß ist weit und breit, hat es vermutlich vorher g’schneit!" Wo er recht hat, hat er recht.

Plumpsklo im Blog

Die Schilder des Schwarzwaldvereins helfen bei der Orientierung. Den Stöckenhof hat man bald erreicht, hier gibt es einen schönen Blick zum Mindelsee, und dahinter ragt der Hohentwiel auf. Zwischen Haus und Pferdekoppel geht’s links durch eine Senke, an einem edlen Fachwerkhaus vorbei und oben rechts über den Hof des Anwesens wieder in den Wald hinein Richtung Langenrain. Am Wegesrand noch auf dem Hof nicht nur das Plumpsklo, das man in unserem Internet-Fotoblog betrachten kann, sondern auch allerlei moderne Kunst. Schon sehenswert!

Schlucht hat es in sich

Nach einem guten Kilometer endet unser Waldweg an einer Straße mit Fußweg, den nehmen wir. Links geht’s Richtung Langenrain, und an der Straßenkreuzung biegen wir erst rechts ab, bevor gleich danach links das Sträßle Richtung Golfplatz und damit auch zur Marienschlucht führt.Die Schlucht hat es in sich: Rund 250 Stufen sind es bis hinunter ans Seeufer, bei unserer Wanderung Stufen voller Schnee und nur mit den Spuren eines Hasen. Sonst sind wir allein. Und ist das da am Felsen wirklich ein Känguru? Stimmt, das hat jemand in den Stein geritzt, irgendwann, keiner weiß, wer es war.

Berückende Ausblicke

Wir sind aus der Schlucht wieder hinaufgeklettert zum Parkplatz, die Schilder weisen aber auch einen anderen Weg nach oben aus. Egal welchen man nimmt: Die Ausblicke auf den Überlinger See sind berückend. Wir stehen und staunen und freuen uns, das alles im Winterkleid zu sehen.

Freudental auf dem Berg

Unser Weg führt uns zurück, wie wir gekommen sind, bis zum Fußweg an der Straße zwischen Langenrain und Freudental. Den nehmen wir dann auch weiter bis Freudental, das erstaunlicherweise auf einem Berg liegt.

Oben das Schloss, unten etwas außerhalb die Bauernschenke, neben dem Golfclub oberhalb der Marienschlucht die einzige Einkehrmöglichkeit unterwegs.

"Zeit, ein Bier zu trinken"

Hinter der Wirtschaft taucht der Weg wieder in den Wald ein, am besten, man folgt der Beschilderung des Schwarzwaldvereins. Dann steht man bald wieder am Ortsrand von Kaltbrunn. Bis hierher waren es rund 12 Kilometer, außer in der Schlucht eine wenig anstrengende Wanderung. Auch in Kaltbrunn gibt es eine urige Kneipe. Um es mit Alfred Heizmann zu sagen: "Ich lauf im Wald und höre Finken. Höchste Zeit, ein Bier zu trinken!"

Klaus Gülker

Letzte Änderung am: 25.11.2010, 12.38 Uhr