Noch mehr Krimihelden aus Baden-Württemberg
Krimis erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Für viele Leser ist die kriminalistische Lektüre noch spannender, wenn sie die Tatorte und Schauplätze selbst kennen oder in erreichbarer Umgebung erkunden können. Frei nach der Devise: Upflamör statt Chicago, Stuttgart statt New York City, Wiesental statt Großstadtschlucht
Auf unserer Karte haben wir spannende Tatorte im Land ausfindig gemacht und stellen die dazugehörigen Autoren und Krimihelden vor.

Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Bienzle sagt Adieu
Kriminalhauptkommissar Ernst Bienzle ist ein äußerst ruhiger und geduldiger Ermittler, der viele Fälle durch genaue Beobachtung, mit Aufmerksamkeit und Kombinationsgabe löst. Wie sein Schöpfer, der Auto Felix Huby, stammt Bienzle aus Dettenhausen bei Tübingen – ein echter Schwabe, dem gerne auch mal ein schwäbischer Fluch entschlüpft.
Bei seinen Ermittlungen erweist sich der KHK als eigensinnig bis störrisch, auch das Delegieren fällt ihm schwer. In schwierige Situationen begibt er sich meist lieber allein; nur einige wenige Kollegen zieht er ins Vertrauen. Ganz Genussmensch, ist Bienzle auch während wichtiger Ermittlungen einem guten Tropfen Wein oder einem deftigen Rostbraten mit Spätzle nicht abgeneigt.
Unter seinem Arbeitspensum leidet häufig das Privatleben: Bienzles erste Ehe ging daran zugrunde; seine spätere Freundin Hannelore hat nach einigen Schwierigkeiten gelernt, mit dem passionierten Ermittler zurechtzukommen. In seiner Freizeit ist Ernst Bienzle gerne auf der Schwäbischen Alb unterwegs, alleine oder zusammen mit Hannelore – entweder um mal abzuschalten oder um besser über einen aktuellen Fall nachdenken zu können.
Felix Huby, Jahrgang 1938, heißt mit bürgerlichem Namen Eberhard Hungerbühler und ist einer der produktivsten und erfolgreichsten deutschsprachigen Drehbuchautoren. Er verließ das Gymnasium ohne Abitur und arbeitete mehrere Jahre als Journalist, bevor er seine Karriere als freier Schriftsteller begann. Huby verfasste unzählige Romane, Drehbücher, Hörspiele, Jugendbücher und Theaterstücke. Er schuf Fernsehserien wie "Oh Gott, Herr Pfarrer", "Abenteuer Airport" oder "Pfarrerin Lenau".
Mit seinem Kriminalhauptkommissar Bienzle aus Stuttgart kreierte Huby den Prototypen des schwäbisch-eigensinnigen Ermittlers. Die "Tatort"-Verfilmungen mit Dietz-Werner Steck in der Hauptrolle machten den "Bienzle" in der ganzen Bundesrepublik bekannt. Felix Huby ist Träger des "Ehren-Glauser" für sein Lebenswerk. Heute lebt er in Berlin.

▪ Der Atomkrieg von Weihersbronn, Rowohlt 1977 (später: Bienzle und der Terrorist)
▪ Bienzle und der Tod im Tauerntunnel , Rowohlt 1977
▪ Ach wie gut, dass niemand weiß, Rowohlt 1978 (später: Bienzle und der Puppenspieler)
▪ Bienzle und der falsche Mord, 1979, Rowohlt
▪ Bienzle stochert im Nebel, 1983, Rowohlt
▪ Bienzle und die schöne Lau, 1985, Rowohlt
▪ Bienzles Mann im Untergrund, 1987, Rowohlt
▪ Bienzle und das Narrenspiel, 1988, Rowohlt
▪ Bienzle und der Sündenbock (Stories) Rowohlt 1990
▪ Gute Nacht, Bienzle Rowohlt 1992
▪ Bienzle und der Biedermann, Rowohlt 1994
▪ Bienzle und der Champion, Rowohlt, 1999
▪ Bienzle und die lange Wut, 2000, Rowohlt
▪ Bienzle und der Klinkenmörder, 2001, Rowohlt
▪ Bienzle im Reich des Paten, 2002, Rowohlt
▪ Bienzle und die letzte Beichte, 2005, Fischer
▪ Bienzles schwerster Fall, 2006, Fischer
▪ Bienzle und das ewige Kind, 2009, Fischer
▪ Adieu Bienzle, 2011, Fischer
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Bruder Hilpert nimmt Verdächtige ins Gebet
Mönch Hilpert ist eigentlich Bibliothekarius im Kloster Maulbronn, aber gleich sein erstes Fall ("Die Pforten der Hölle") führt ihn ins Kloster Bronnbach im Taubertal. Als Inquisitor soll der gelehrte Ermittler einer geheimen Bruderschaft auf die Schliche kommen, der satanistische Umtriebe nachgesagt werden. Den rätselhaften Tod des Priors der Abtei und die grausame Ermordung eines Novizen kann er nicht verhindern. Aber der geduldige und durchaus selbstbewusste Mönch kommt der Sache auf die Schliche, in dem er die Beteiligten im wahrsten Sinne des Wortes "ins Gebet nimmt" und messerscharf kombiniert...

Der Innenhof des Kreuzgangs von Kloster Bronnbach
Kloster Bronnbach ist ein 1151 gegründetes ehemaliges Zisterzienserkloster im unteren Taubertal, das sich heute auf dem Gebiet der Stadt Wertheim befindet. Seit 1986 ist das Kloster Eigentum des Main-Tauber-Kreises und zu bestimmten Zeiten geöffnet für Besichtigungen. Heute sind verschiedene Institutionen in den Klostergebäuden untergebracht, seit 2000 auch eine Ordensniederlassung der „Kongregation der Missionare von der Heiligen Familie“.
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Wer den "Namen der Rose" mag, dem könnte auch die Mönch-Hilpert-Reihe gefallen. Genau das Richtige für Fans temporeicher historischer Romane mit Spannungsfaktor.
Uwe Klausner, Jahrgang 1956, lebt in Bad Mergentheim, unterrichtet Geschichte und Englisch in Weikersheim und schreibt nebenbei historische Romane. In seinem ersten Buch "Hans der Pfeifer" erzählte er noch die historisch belegte Geschichte des Pfeifers von Niklashausen aus der Zeit des Bauernkriegs. Danach widmete sich Klausner u.a. den Abenteuern des Zisterziensermönchs Hilpert von Maulbronn, die in Mainfranken angesiedelt sind. Seine historischen Romane kommen ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger aus, bestechen dafür durch kenntnisreiche Schilderungen.

▪ Die Pforten der Hölle. Gmeiner Verlag, 2007
▪ Die Kiliansverschwörung. Gmeiner, 2008
▪ Pilger des Zorns. Gmeiner, 2009
▪ Die Bräute des Satans. Gmeiner, 2010
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Louise Bonì ermittelt in Freiburg
Kaum eine Krimiheldin oder Krimiheld im deutschsprachigen Raum hat so gespaltete Reaktionen bei Lesern und Rezensenten hervorgerufen wie Louise Bonì. Sie ist eine Figur, für die der Leser nicht gleich Sympathie empfindet. Doch das ändert sich...
Im ersten Band der Reihe ist Louise Bonì Hauptkommissarin bei der Freiburger Kripo aus dem Dezernat Kapitalverbrechen, 42 Jahre alt, geschieden und hat ein massives Alkoholproblem. Eine "Heldin“, die der Leser nicht gleich ins Herz schließt - sperrig, störrisch, eigensinnig, beratungsresistent. Aber Louise Bonì erkämpft sich den Respekt und auch so etwas wie Sympathie. Denn sie ist leidenschaftlich bei der Sache, setzt sich trotzig-sarkastisch für das ein, was sie für richtig hält. Louise wird mit Gewalt in jeder Form konfrontiert; brisante Themen wie Waffenhandel oder die Gräuel auf dem Balkan zeigen ihre Auswirkungen auch im beschaulichen Freiburg und die Ermittlerin steckt plötzlich mittendrin. Seelisch zermürbt und körperlich mitgenommen, beschließt sie im jüngsten Band, sich für eine Weile aus ihrem Beruf zurückzuziehen. Aber ein Ruhestand wird das nicht ...

Freiburgs Einstieg in die Unterwelt
Ob Louise Bonì auf die dunklen Geheimnisse gut situierter Freiburger Familien stößt oder der vermeintlich "kleine" Brand eines Schuppens in Kirchzarten bei Freiburg zur Detonation eines (darunter befindlichen) Waffenlagers führt - Oliver Bottini zeigt in seinen Krimis die "andere" Seite des idyllischen Südbaden, denn : "Idyllen gibt es nur dort, wo keine Menschen sind".
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Kraftvolle Sprache, starke Bilder – die Krimis um Louise Boní überzeugen auf der ganzen Linie. Unbedingt vom ersten Band an lesen! Die Geschichten sind zwar unabhängig voneinander, beziehen sich aber in kleinen Anspielungen immer wieder auf die vorangegangenen Bände.
Oliver Bottini , 1965 in Nürnberg geboren, studierte in München Neue deutsche Literatur, Italianistik und Markt- und Werbepsychologie. Mit seinen Louise-Boní-Krimis hat er sich großes Renommee erworben und dafür schon mehrere Preise bekommen (2005 und 2007 den Deutschen Krimi-Preis und 2007 den Krimipreis von Radio Bremen). Er praktiziert seit zehn Jahren Kung Fu und Qi Gong und lebt als Autor und freier Redakteur in Berlin.

▪ Mord im Zeichen des Zen. Scherz-Verlag 2004
▪ Im Sommer der Mörder. Scherz–Verlag 2006
▪ Im Auftrag der Väter. Scherz–Verlag 2007
▪ Jäger in der Nacht. Scherz–Verlag 2009
▪ Das verborgene Netz. Scherz–Verlag 2010
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Häberle ermittelt in Geislingen
Bodenständig und mit scharfem Verstand ausgestattet löst August Häberle seine Fälle. Wenn es dem Fortkommen der Ermittlungen dient, kann der Menschenfreund auch schon mal kräftig zulangen.
Kriminalhauptkommissar August Häberle ist ein bodenständiger Zeitgenosse, der seine Fälle mit scharfem Verstand löst, aber auch, indem er selbst mal kräftig zulangt. Häberle kennt sich aus im Land und mit den Leuten, ist allgemein ein eher menschenfreundliches Naturell – nur Bürokraten kann er absolut nicht ausstehen. Von seinen Gegnern wird der beleibte Ermittler öfter mal unterschätzt, aber da verschafft ihm seine Freizeitbetätigung als Judoka-Lehrer manchen Vorteil.

Blick über die Streuobstwiese hinunter nach Zell
Die Krimis um KHK Häberle spielen meist im südwestdeutschen Raum - ausgehend vom Landkreis Göppingen, zwischen Ulm und Stuttgart. Die Schwäbische Alb spielt eine tragende Rolle und die Schauplätze (und sogar manche der Figuren) werden sehr lebensecht und mit viel Lokalkolorit beschrieben. Häberles Ermittlungen führen ihn aber auch häufig in die neuen Bundesländer, z.B. nach Mecklenburg-Vorpommern oder ins sächsische Bischofswerda, die Partnerstadt von Geislingen.
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Geislingen am Rande der Schwäbischen Alb als Ausgangspunkt für Verbrechen? Aber ja. Autor Manfred Bomm beweist in seinen Häberle-Romanen nicht nur genaue Ortskenntnis, sondern auch viel Wissen über die Polizei- und Gerichtsarbeit.
Manfred Bomm, geboren 1951 in Geislingen a.d. Steige, arbeitet als Journalist und Polizeireporter in seiner Heimatregion und berichtet unter anderem über Gerichtsverhandlungen und kommunalpolitische Themen. Seit 2004 veröffentlicht er die Krimis um KHK August Häberle, die sich mit aktuellen Themen beschäftigen. Der Naturliebhaber hat auch Wanderbücher über die Schwäbische Alb veröffentlicht. Bomm lebt in Eybach, einem Stadtteil von Geislingen/Steige.

▪ Himmelsfelsen. Gmeiner-Verlag, 2004,
▪ Irrflug. Gmeiner-Verlag, 2004
▪ Trugschluss. Der 3. (sehr außergewöhnliche) Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2005
▪ Mordloch. Der 4. Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2005
▪ Schusslinie. Der 5. Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2006
▪ Beweislast. Der 6. Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2007
▪ Schattennetz. Der 7. Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2007
▪ Notbremse. Der 8. Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2008
▪ Glasklar. Der 9. Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2009
▪ Kurzschluss. Der 10. Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2010
▪ Blutsauger. Der 11. Fall für August Häberle. Gmeiner-Verlag, 2011
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Schielin fahndet am Bodensee
Unaufgeregt ist er, was in heutigen Zeiten ja fast schon eine Ausnahme ist. Kriminalkommissar Conrad Schielin ermittelt am Bodensee und zieht dabei gern mit einem Esel durch das Land, um über die Konsequenzen seiner Ermittlungen nachzudenken.
Conrad Schielin ist Kriminalkommissar in Lindau am Bodensee. Er ist ein sympathisch unaufgeregter Polizist, der auch mit der Gattin in den Sonntagsgottesdienst gehen würde ... wenn die dienstlichen Pflichten es nicht verhinderten. Über die Ergebnisse seiner Ermittlungen denkt er gerne während ausgiebiger Wanderungen mit seinem französischen Esel Ronsard nach.

Schauplatz des jüngsten Falls: das Alte Clubhaus des Lindauer Seglerclubs.
... ist natürlich die wunderschöne Landschaft um den Bodensee und oftmals der See selbst. Das „Schwäbische Meer“ wird in seinen unterschiedlichen Stimmungen zu allen möglichen Tageszeiten geschildert. Während der ausgedehnten Spaziergänge von Kommissar und Esel kommt die Landschaft um den See zur Geltung. Der Bodensee als Urlaubsregion und die durch das Dreiländereck gegebene Internationalität geben einen zusätzlichen Reiz.
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Gutes Lesefutter für Bodensee-Besucher mit kriminalistischen Neigungen.

Krimiautor Jakob Maria Soedher - selbst Hauptkommissar und Eselbesitzer
Jakob Maria Soedher heißt eigentlich Ullrich-Jürgen Schönlein; Geboren wurde er 1963 in Bad Königshofen, Unterfranken und lebt heute in Augsburg und Lindau. Eigentlich war er selbst mal Kommissar, hat sich dann aber fürs Schreiben entschieden: Als Reisejournalist hat er zahlreiche Reiseführer und Bildbände veröffentlicht, für die er z.T. auch als Fotograf tätig war. Seit einigen Jahren widmet sich J.M. Soedher ganz dem Krimischreiben. Er ist Mitglied der Autorenvereinigung „Das Syndikat.“

▪ Galgeninsel – Schielins erster Fall. Verlag edition hochfeld, 2007
▪ Pulverturm – Schielins zweiter Fall. Verlag edition hochfeld, 2008
▪ Heidenmauer – Schielins dritter Fall. Verlag edition hochfeld, 2009
▪ Hexenstein – Schielins vierter Fall. Verlag edition hochfeld, 2010
▪ Inselwächter – Schielins fünfter Fall. Verlag edition hochfeld, 2011
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Jennifer Trams recherchiert in Mannheim
Mit dem "Jungbusch" macht Nora Noé eines der spannendsten Stadtviertel Baden-Württembergs zum Schauplatz ihres Erstlings. Dabei geht sie kenntnisreich vor und bietet eine "Krimiheldin" mit exotischem Hintergrund.
Ihr exotisches Aussehen verdankt Jennifer Trams ihrem mexikanischen Vater. Ihre frühe Kindheit hat Jennifer mit ihrer alleinerziehenden (deutschen) Mutter in einer WG im Mannheimer Stadtteil Jungbusch verbracht. Später hat ihre Mutter einen grundsoliden Architekten geheiratet und die Familie wohnte fortan nobel an der Bergstraße.
Aber Jennifer hat es doch wieder in den Jungbusch gezogen. Sie liebt ihren Stadtteil – die besondere Atmosphäre, die Teufelbrücke, die Friesenheimer Insel – und das gibt ihr die Energie, die schwierige Existenz als freischaffende Journalistin durchzuhalten.

Die Teufelsbrücke in Mannheim - dieses Foto hat die Autorin selbst gemacht
Der "Jungbusch" hat die Menschen schon immer fasziniert. Seine 150jährige Geschichte war höchst wechselvoll. Es war einst eine hochherrschaftliche Gegend, in der Reeder, Kaufleute und Kapitäne lebten. Als einer der wenigen Stadtteile Mannheims blieb der Jungbusch von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verschont. Mit dem Niedergang der Binnenschifffahrt in den 70er Jahren prägten zunehmend Bars und Animierbetriebe das Bild des Stadtteils – und für lange Zeit den Ruf des Jungbuschs als "Rotlichtviertel". Dann fanden die ersten "Gastarbeiter" hier eine neue Heimat. Heute ist der Jungbusch ein Stadtteil voller Gegensätze: Zwischen zwei Moscheen, der Pop-Akademie, Künstlerateliers und Szenekneipen, mit restaurierten Gründerzeit-Häusern und heruntergekommenen Altbauten, hat sich hier ein multikulturelles Kreativ-Viertel entwickelt.
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Kenntnisreich und aus eigenem Erleben der Autorin gespeist führt dieser Erstling in eines der spannendsten Stadtviertel Baden-Württembergs.
Nora Noé wurde 1952 in Mannheim im Stadtteil Jungbusch geboren. Sie hat Germanistik, Kunst und Pädagogik studiert, war Lehrerein im Schwarzwald und in Maine/USA. Danach leitete sie 20 Jahre den Kulturbereich der Volkshochschule Karlsruhe. Sie bereiste große Teile der Welt und hat auch verschiedene humanitäre Arbeitseinsätze im Ausland (Tansania, Mexiko) absolviert. 2006 erschien ihr erster Roman "Wer einmal einen Priester küsst". Ab Oktober 2007 dann die "Mannheim-Saga". Seit 2009 ist sie freie Schriftstellerin.

▪ Tod im Jungbusch. Wellhöfer, 2011
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Maren Mainhardt in Maulbronn
Eigentlich ist Maren Mainhardt hauptberuflich den Vorfahren auf der Spur, doch stets kommen ihr Kriminalfälle dazwischen. Hier beweist sie Talent, was man von ihrem Privatleben nicht behaupten kann...
Maren Mainhardt ist freischaffende Ahnenforscherin und lebt in der Karlsruher Südstadt. Die impulsive Enddreißigerin hat sich mehr oder weniger gezwungenermaßen mit ihrem Single-Dasein und ihrer Kinderlosigkeit arrangiert. Lange Zeit beweist sie kein glückliches Händchen, was Männer angeht – bis es dann doch endlich funkt... Ein gutes "Händchen" bzw. einen guten Riecher hat Maren Mainhardt aber für die Kriminalfälle, in die sie hineingerät: Mit ihren Ahnenforscher-Methoden und einer Mischung aus Menschenkenntnis und Intuition begibt sie sich auf Spurensuche. Dadurch ist sie oft eine große Hilfe für ihre Freundin, die überkorrekte KHK Elfie Kohlschröter.

Hier, am Indianerbrunnen in Karlsruhe, traf Reporter Oliver Grimm die Detektivin

Kloster Maulbronn - Blick aus dem Kapitelsaal in den Kreuzgang
Die Geschichten um Maren Mainhardt spielen meist im Badischen – in Karlsruhe, im Umkreis von Baden-Baden oder auch im Kloster Maulbronn. Neben schönen Landschaftsbeschreibungen sind auch viele Informationen zu finden z.B. über die Geschichte des Klosters Maulbronn und die Absolventen des evangelisch-theologischen Seminars, allen voran Hermann Hesse.
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Besonders empfehlenswert ist der Band "Erbsünde" - neben der Krimihandlung beeindruckt das enorme Geschichtswissen der Autorin rund um das Kloster Maulbronn.
Eva Klingler wurde 1955 in Gießen geboren und kam mit 14 Jahren nach Mannheim. Dort hat sie später Germanistik und Anglistik studiert. Sie war Lehrerin in Karlsruhe, Redakteurin beim Südwestfunk, Leiterin der Stadtbibliothek Rheinstetten, hatte eine Sprachschule und eine Eventagentur und lebt heute als freie Schriftstellerin und Malerin in Karlsruhe. Eva Klingler ist Mitglied im Syndikat.

▪ Die Erbsünde. Braun, 2005
▪ Blutrache. Braun, 2006
▪ Kreuzwege. Braun, 2007
▪ Blaublut. Braun, 2008
▪ Weissgold. Braun, 2009
▪ Hassliebe. DRW-Verlag Weinbrenner, 2010
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Mauser ist nicht nur Höhlenforscher
Hermann Mauser ist passionierte Heimat- und Höhlenforscher. Bei seinen Expeditionen in die Umgebung von Münsingen auf der Alb stößt der73jährige ehemalige Lehrer immer wieder auf manches "tief vergrabene Geheimnis."
Hermann Mauser ist 73 Jahre alt und Grundschullehrer im (Un)ruhestand. Als passionierter Heimat- und Höhlenforscher schwingt er sich gern auf sein "Moped", eine 1000er BMW, und fährt über die Alb auf der Suche nach lohnenden Fundstätten. Dabei stößt der Hobby-Archäologe aber nicht nur auf alte Scherben, sondern auch auf so manches tief vergrabene Geheimnis. Und dann läuft Mauser zur Hochform auf, denn im Bereich der menschlichen "Feldforschung" macht ihm keiner was vor: Er redet mit den Leuten, fragt sich durch und fördert zutage, was lange im kollektiven Gedächtnis vergraben war. Sein Lebensumfeld Alb braucht Hermann Mauser wie die Luft zum Atmen. Hier kennt er sich aus, hier ist er verwurzelt. Der geplante Umzug seiner Lebensgefährtin Veronika nach Stuttgart erfüllt ihn mit blankem Entsetzen, denn: "Von der Alb weg bringt mich nichts und niemand".

Schafe bei Münsingen
Die Schwäbische Alb ist so etwas wie der zweite Hauptdarsteller in den Hermann-Mauser-Romanen. Der Gang der Jahreszeiten, die Landschaft und die Eigenheiten ihrer Bewohner sind stimmig, fast liebevoll beschrieben und schaffen eine großen innere Nähe. Auch wer die Schwäbische Alb nicht kennt, bekommt hier eine authentische "Vorstellung" von ihr. Personen und Handlung sind natürlich fiktiv, die beschriebenen Orte aber real: Hermann Mauser war Lehrer in Hundersingen, einem Stadtteil von Münsingen auf der Schwäbischen Alb, und lebt in Buttenhausen, einem anderen Münsinger Stadtteil. Seine Ermittlungen führen ihn auch weiter hinaus, nach Sigmaringen und Beuron.
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Die Geschichten um Herrmann Mauser sind Heimatromane (im besten Sinne) mit kriminalistischem Einschlag. Rainer Gross beschreibt das Leben im ländlichen Raum, die Menschen, die Landschaft in einer klaren, unaufgeregten Sprache. Lesenswert!
Rainer Gross wurde 1962 in Reutlingen geboren. In Tübingen hat er Literaturwissenschaft und Philosophie studiert, danach folgten Studien an einem theologischen Seminar. Er ist verheiratet und lebt seit 2002 als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg.

▪ Grafeneck. Pendragon 2007
▪ Kettenacker. Pendragon 2011
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Lisa Nerz recherchiert in Stuttgart
Aufgebrezelt oder mit Anzug und Krawatte - die Stuttgarter Journalistin Lisa Nerz lässt sich nicht festlegen. Nur eines ist bei ihr sicher: Sie lässt nicht locker und deckt Mißstände auf - wenn es sein muss, auf die harte Tour.
Eigensinnnig, streitbar und auf keinen Fall kleinzukriegen - das ist die Journalistin Lisa Nerz. Beim "Stuttgarter Anzeiger" ist sie rausgeflogen – denn wer kann sich bei so viel Ermittlungsarbeit noch mit Lokalberichten beschäftigen? Jetzt arbeitet Nerz als freiberufliche Schwabenreporterin und stolpert von einem Fall in den nächsten. Wenn Kinder überraschend vom Jugendamt abgeholt werden oder eine Aerobic-Trainerin unter merkwürdigen Umständen zu Tode kommt, dann wittert Lisa Nerz dunkle Machenschaften und verfolgt deren Drahtzieher mit viel Körpereinsatz und galligem Witz. Sie deckt Missstände auf und entlarvt den schönen Schein, der so oft die Augen blendet – sei es in der muskelstrotzenden Welt der Fitness-Studios oder im vermeintlich hehren Literaturbetrieb.
Begleitet wird sie von ihrem "Lebensabschnittsirrtum", dem Oberstaatsanwalt Richard Weber. Während dieser stets korrekt und elegant gekleidet auftritt, liebt Lisa das Spiel mit den Erscheinungsformen und Geschlechterrollen. Mal aufgebrezelter Vamp, mal ganz männlich mit Anzug und Krawatte... für Lisa Nerz ist fast alles erlaubt. Nur eines nicht: Sich festlegen zu lassen.

Stuttgart bei Nacht
Lisa Nerz lebt in Stuttgart, in der Neckarstraße mit Blick auf die Staatsanwaltschaft. Ihre Abenteuer führen sie kreuz und quer durch die Landeshauptstadt, durchs Leonhards- und Gerberviertel, durch den Osten und Westen. Das ist sehr ortskundig beschrieben und (auch oder grade) für Nicht-Stuttgarter erhellend. Dann wieder werden Orte verfremdet, wenn sie zwar für einen Missstand stehen, aber nicht direkt gemeint sind, wie z.B. das Jugendamt.
Lisa Nerz ist aber auch anderweitig in Baden-Württemberg unterwegs, in Balingen, Reutlingen oder Oberschwaben... Einmal verschlägt es sie sogar auf den Mond. Aber das ist eine spezielle Geschichte ...
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Deutschlands überzeugendste Ermittlerin von der knallharten Sorte.
Dr. Christine Lehmann, geboren 1958 in Genf, lebt in Stuttgart und Wangen i. Allgäu. Sie hat in Stuttgart Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte studiert und promovierte über die Frage, warum die Heldin des bürgerlichen Romans am Schluss meist stirbt. Seit Anfang der 90er Jahre veröffentlicht sie Krimis, Kurzgeschichten und Kriminalhörspiele und arbeitet als Redakteurin beim SWR in Stuttgart. Christine Lehmann ist im Vorstand des Verbands deutscher Schriftsteller Baden Württemberg (VS) und im Syndikat (Verein deutschsprachiger Kriminalschriftsteller). Außerdem ist sie Hästrägerin in der Wangemer Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot.

▪ Der Masochist. Rowohlt 1997
▪ Training mit dem Tod. Rowohlt 1998
▪ Pferdekuss. Rowohlt 1999, Neuauflage Ariadne 2008
▪ Harte Schule. Ariadne (Argument) 2005
▪ Höhlenangst. Ariadne (Argument) 2005
▪ Vergeltung am Degerloch (Neufassung v. "Der Masochist"), Ariadne 2006
▪ Gaisburger Schlachthof. (Neufassung v. "Training mit dem Tod"), Ariadne 2006
▪ Allmachtsdackel. Ariadne (Argument) 2007
▪ Nachtkrater. Ariadne (Ariadne) 2008
▪ Mit Teufelsg'walt. Ariadne (Argument) 2009
▪ Malefizkrott. Ariadne (Argument) 2010
▪ Totensteige. Ariadne (Argument) 2012
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Siegfried Seifferheld ermittelt in Schwäbisch Hall
Siegfried Seifferheld, ledig, gutaussehend, wohnhaft in Schwäbisch Hall, hat ein seltsames Hobby: Der durch einen Hüftschuss aus dem Berufsleben geworfene Kommissar a.D. stickt für sein Leben gern. Sobald aber etwas nicht stimmt in seiner beschaulichen Stadt, lässt er die Nadel ruhen. Einmal Polizist, immer Polizist.
Seifferheld ist ein ruhiger Zeitgenosse, den nichts so schnell aus der Bahn wirft. Seine Schwester Irmi, seine Tochter Susanne, die rabiate Nichte Karina, seine Freundin MaC und sein psychisch labiler Gefahrhund Onis sorgen aber für genügend Turbulenz, so dass Seifferheld seine Ermittlungen nie konsequent durchziehen kann. Außerdem gibt’s ja noch die Männerkochgruppe der VHS - auch eine Verpflichtung...

Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall wird in den Seifferheld-Büchern so liebevoll und detailliert beschrieben, dass man nach dem Lesen auf Entdeckungstour zu den Schauplätzen gehen kann.
SWR4 Krimiexpertin Michaela Grom meint: Eher nichts für Fans knallharter Krimiplots. Wer aber witzige und originelle Geschichten mit einem gerüttelt Maß Familienturbulenz mag, die dann auch noch spannend werden, der ist hier goldrichtig.
Tatjana Kruse, 1960 in Kirchheim/Teck geboren, lebt und arbeitet in Schwäbisch Hall und diesen Heimvorteil nutzt sie in ihren Seifferheld-Büchern konsequent. Die überzeugte Krimiautorin, die schon mit den „Marlowe“ der Raymond-Chandler-Gesellschaft ausgezeichnet wurde, bevölkert die idyllische Kleinstadt mit originellen Figuren und würzt ihre Geschichten mit komischen und skurrilen Szenen und Überlegungen.
Tajana Kruse auf der Henkersbrücke in Schwäbisch Hall. Unter ihr dümpelte eine männliche Leiche...
Tatjana Kruse schlendert durch das beschauliche Schwäbisch Hall - mit seinen vielen Fachwerkhäusern und den kleinen Gassen
Im Café Seyfried oder in Harry's Bar. Die Autorin oder der Kommissar - beide machen hier oft Rast
Im Kurzwarenladen Zwing mit Verkäuferin Anja Pfau: Hier versorgt sich der Kommissar mit Stickgarn!

▪ Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich. Droemer Knaur, 2010
▪ Nadel, Faden, Hackebeil. Droemer Knaur, 2011
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Berndorf ermittelt in Ulm
Hans Berndorf ist ein eher ruhiger Typ. Ein entschlossener, manchmal verdrießlicher Gerechtigkeitssucher und beharrlicher Bücherleser mit einem Hang zu immer neuen Lieblingslektüren und maßvollem Whiskygenuss. Der einzige Mensch, dem der skeptische Berndorf sich (gelegentlich) anvertraut, ist seine Lebensgefährtin, die Professorin Barbara.
Der eigenwillige Ermittler hat sogar seinem Schöpfer manchmal zu schaffen gemacht: „Meine Hauptfigur entzieht sich mir und macht regelmäßig etwas anderes, als das, was ich mit ihr vorhatte“, hat Ulrich Ritzel über seinen Ermittler gesagt. Nach vier Bänden hatten Autor und Krimiheld dann wohl genug voneinander: Berndorf ging in den Ruhestand. - In „Beifang“, dem siebten Buch von Ulrich Ritzel, war er aber wieder da: Als privater Ermittler wurde Berndorf wieder in Ulm gebraucht.

Seine Ermittlungen führen Berndorf durchs ganze Land, u.a. nach Heidelberg, Mannheim, Tübingen, Friedrichshafen – Orte, mit denen der Autor trotz seines realistischen Ansatzes teilweise spielerisch-verfremdend umgeht. Ausgangspunkt ist aber immer Ulm und Neu-Ulm. Und wer hätte gedacht, dass hier, hinter bürgerlichen Fassaden, so viel Böses lauern kann: Geldgier, Bigotterie und hemmungsloses Machtstreben. Auch wenn Berndorf die Seilschaften und Intrigen nicht immer restlos ans Licht bringen kann, scheucht er doch oft genug Leute auf, die sich bei ihrem kriminellen Handeln bis dahin sehr sicher fühlten.
SWR4 Krimiexpertin Michaela Grom meint: Wie in allen guten Krimis erfährt der Leser in den Berndorf-Büchern viel über die Gesellschaft. Ulrich Ritzel zeigt, wie stark keineswegs gemeinschaftstaugliche Interessen das Handeln in Politik und Wirtschaft bestimmen. In einer präzisen, lakonischen Sprache inszeniert er die kriminellen Machenschaften dabei nicht als aufsehenerregenden Skandal, sondern als Teil des Alltags. Krimi-Lesestoff vom Feinsten.

Ulrich Ritzel
Ulrich Ritzel, geboren 1940 in Pforzheim, hat viele Jahre in Ulm gelebt und für verschiedene Zeitungen gearbeitet, u.a. als Gerichtsreporter. Dabei hat er seinen Blick für die Wirklichkeit hinter den Fassaden entwickelt, die er in seinen Romanen mit unbestechlicher Präzision beschreibt. Der Autor genießt die Vorzüge, die das Romanschreiben bietet. Zitat: „Ich erfülle mir {damit} Tagträume eines kleinen Jungen, dessen Held schon mal über die Scheißrealität triumphieren kann, wie es der Journalist Ritzel nicht tun konnte.“

▪ Der Schatten des Schwans, Roman. Libelle-Verlag, 1999
▪ Schwemmholz, Roman. Libelle, 2000
▪ Die schwarzen Ränder der Glut, Roman. Libelle, 2001
▪ Der Hund des Propheten, Roman. Libelle, 2003
▪ Beifang, Roman. btb, 2009
▪ Schlangenkopf, Roman, btb, 2011
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Kommissar Oskar Lindt ermittelt in Karlsruhe
"In der Ruhe liegt die Kraft", das ist das Lebens- und Arbeitsmotto von Oskar Lindt. Wo andere hektisch agieren, zündet sich der Karlsruher Hauptkommissar erstmal eine Pfeife an, ordnet seine Gedanken – und steht damit natürlich in direkter Nachfolge so legendärer Ermittler wie Kommissar Maigret oder Sherlock Holmes. Lindt ist ein frankophiler Genussmensch, der sich an ausgesuchten Wein- und Käsesorten erfreut. Er löst seine Fälle nicht nur durch modernste Labor- und Computertechnik, sondern vor allem durch logisches Überlegen und unkonventionelle Einfälle. Bei seinen Vorgesetzten macht ihn das nicht gerade beliebt.

Die Fächerstadt Karlsruhe und vor allem der umgebende Hardtwald zu allen Jahreszeiten sind faszinierend genau beschrieben. Besonders den Beschreibungen des Hardtwalds ist anzumerken, dass der Autor ihn während seiner Zeit als Revierförster genauestens studiert und kennengelernt hat.
SWR4 Krimiexpertin Michaela Grom meint: Wie ihre Hauptperson, so kommen die Krimis eher unaufgeregt daher. Bernd Leix setzt nicht auf Hochspannung bis zum Bersten, sondern auf eine prägnante, flüssige Erzählweise, überzeugende Figuren und einen rundum sympathischen Ermittler.

Bernd Leix
Bernd Leix, Jahrgang 1963, hat Forstwirtschaft studiert. Als Revierförster arbeitete er einige Jahre im Karlsruher Hardtwald und kam dort mit nahezu jeder Art von Kriminalität in Berührung. Bernd Leix lebt heute in Alpirsbach im Schwarzwald.

▪ Bucheckern. Oskar Lindts erster Fall. Gmeiner Verlag, 2005
▪ Zuckerblut. Oskar Lindts zweiter Fall. Gmeiner Verlag, 2005
▪ Hackschnitzel. Oskar Lindts dritter Fall. Gmeiner Verlag, 2006
▪ Waldstadt. Oskar Lindts vierter Fall. Gmeiner Verlag, 2007
▪ Fächertraum. Oskar Lindts fünfter Fall. Gmeiner Verlag, 2009
▪ Fächergrün. Oskar Lindts sechster Fall. Gmeiner Verlag, 2011
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
Kommissar Kluftinger ermittelt im Allgäu
Wie heißt er denn nun wirklich, der Kluftinger? Schon beim vollen Namen des Allgäuer Kommissars geraten die Leser ins Rätseln, denn von den Vornamen sind bislang nur die Initialen bekannt: A. und I. - „Klufti“ wohnt in Altusried im Allgäu, er ist KHK (die Abkürzung können wir auflösen. Kriminalhauptkommissar), verheiratet und hat einen Sohn. In Kniebundhosen und Janker ist er nicht grade der typische Ermittler. Und auch sonst hat „Klufti“ mit den ewigen Gutmenschen unter den Krimihelden wenig gemein. Er ist ziemlich spießig, eher behäbig und mehr als nur ein bisschen geizig. Sein Gegenspieler ist der besserwisserische Dr. Langhammer. Wenn er den sieht oder wenn etwas schlecht läuft, dann gibt’s für den grummeligen Kluftinger nur einen Ausdruck: "Priml".

Kluftingers Wohnort - die Marktgemeinde Altusried , seine Arbeitsstätte Kempten und Füssen mit dem geheimnisvollen Alatsee – das sind wichtige Schauplätze der Kluftinger-Serie. Die Autoren spielen bei ihren Beschreibungen gerne mit Klischees übers Allgäu. Wer seine in den Büchern gewonnenen Einsichten noch vertiefen will: Inzwischen gibt es in den genannten Orten spezielle Kluftinger-Führungen.

Die Autoren Michael Kobr (r) und Volker Klüpfel präsentierten ihren neuen Roman "Schutzpatron".
Ausgedacht hat sich den populären Krimihelden das Autorenduo Michael Kobr und Volker Klüpfel, beide gebürtige Kemptener. Witz, Schelmerei, hohe Wiedererkennbarkeit, aber auch eine Prise Unheimliches (z.B wenn ein Mörder nach Allgäuer Sagenmotiven mordet) – das sind die Zutaten, mit denen das clevere Duo schier unglaubliche Verkaufszahlen erreicht hat. Im Hauptberuf eigentlich Redakteur und Realschullehrer, sind Kobr/Klüpfel inzwischen fast pausenlos auf Tour im ganzen Land. Wer die beiden Autoren live erleben will, sollte zeitig dran sein: Die Lesungen sind schnell ausverkauft. Kein Wunder: Kobr und Klüpfel zeigen sich bei diesen Auftritten als regelrechtes Comedy-Duo.

▪ Milchgeld, Roman. Piper, München 2003
▪ Erntedank, Roman. Piper, München 2004
▪ Seegrund, Roman. Piper, München 2006
▪ Laienspiel, Roman. Piper, München 2008
▪ Rauhnacht, Roman. Piper, München 2009
▪ Schutzpatron, Roman. Piper, München 2011
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Georg Dengler ermittelt privat in Stuttgart
Mit der Figur des Georg Dengler hat Wolfgang Schorlau es wissen wollen: Kann die amerikanische Figur des „Private Eye“ auch in Deutschland funktionieren? Auch in Stuttgart? – Sie kann.
Georg Dengler ist ein ehemaliger BKA-Ermittler, der inzwischen als Privatdetektiv sein Glück versucht. Bevorzugtes Getränk: Grauburgunder. Bevorzugter Musikstil: Blues. Dengler wohnt im Stuttgarter Bohnenviertel, über dem italienischen Restaurant „Basta“. Dort trifft er sich mit seinen Freunden, der schönen Diebin Olga und dem Horoskopschreiber Martin, um bei investigativen Gesprächen die eine oder andere Flasche seines Lieblingsgetränks niederzumachen. Manchmal kommt diesem eigenbrötlerischen Kerl auch die Vergangenheit in die Quere: Dengler war früher nämlich Zielfahnder beim BKA. Mit diesem Brötchengeber hat er sich hoffnungslos überworfen und nicht jeder dort ist gut auf ihn zu sprechen.

Das "Basta", sozusagen das "Hauptquartier" von Detektiv Dengler, gibt es wirklich in Stuttgart: Eine traditionsreiche und schicke Weinstube im Bohnenviertel, in der traditioneller Rostbraten genauso serviert wird wie neue, kreative Küche. Und die eine ansehnliche Weinkarte zu bieten hat. Überhaupt das Bohnenviertel: Sehr liebevoll beschreibt Autor Schorlau in seinen Krimis dieses kleine, besondere Viertel mit seinen Weinstuben, Antiquitätenläden, Modegeschäften, Cafés und Werkstätten. Ein eigenartiger Kosmos von Bohemians, Galeristen, Flaneuren, Migranten, Trödlern, Nutten inmitten der braven schwäbischen Geschäftigkeit.
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Die Dengler-Romane sind intelligent gemachte Politkrimis mit aufklärerischem Anspruch, der sich aber nicht mit erhobenem Zeigefinger den Vordergrund schiebt. Unbedingt lesenswert!

Wolfgang Schorlau, geboren 1951 in Idar-Oberstein, lebt und schreibt in Stuttgart. Seine Krimis sind politisch ambitioniert: In jedem Dengler-Fall beschäftigt er sich mit Zeitgeschichte – sei es die Lynchjustiz an alliierten Soldaten im Zweiten Weltkrieg, die Privatisierung der Wasserwirtschaft oder, wie im kommenden (dem sechsten) Band, die Machenschaften der Pharmaindustrie. Handfeste Recherche verschmilzt Schorlau gekonnt mit spannender Fiktion. In einem Nachwort erläutert der Autor immer auch die realen Hintergründe der jeweiligen Geschichte.

▪ Die blaue Liste : Denglers erster Fall. Kiepenheuer und Witsch, 2003
▪ Das dunkle Schweigen: Denglers zweiter Fall. Kiepenheuer und Witsch, 2005
▪ Fremde Wasser : Denglers dritter Fall. Kiepenheuer und Witsch, 2006
▪ Brennende Kälte: Denglers vierter Fall. Kiepenheuer und Witsch, 2008
▪ Das München-Komplott: Denglers fünfter Fall. Kiepenheuer und Witsch, 2009
▪ Die letzte Flucht: Denglers sechster Fall. Kiepenheuer und Witsch, 2011 (im September)
Letzte Änderung am: 03.06.2011, 11.18 Uhr
In Heidelberg fahndet Alexander Gerlach
Alexander Gerlach, Anfang 40, das dunkle Haar modisch kurz geschnitten, war zuerst in Karlsruhe tätig und ist jetzt Chef der Heidelberger Kripo. Der alleinerziehende Vater von zwei aufmüpfigen Töchtern unternimmt immer wieder den tapferen Versuch, seinen Körper durch Joggen auf Vordermann zu bringen. Aber eigentlich hat er viel mehr Freude an gutem Essen und köstlichem Wein.
Auf Äußerlichkeiten legt Gerlach wenig Wert: Er fährt einen Peugeot-Kombi, der schon etliche Jährchen auf der Motorhaube hat.
Gerlach ist ein Vollblut-Ermittler, der nicht viel von reiner Schreibtischarbeit hält. Er besteht darauf, Tatorte und Opfer selbst in Augenschein zu nehmen – egal, zu welcher Tageszeit.

Wolfgang Burger hat das Verbrechen ins romantische Heidelberg gebracht. Dabei benutzt er die weltberühmte Stadt am Neckar nicht nur als schöne Kulisse. Wer sich ein bisschen auskennt, wird viele der beschriebenen Plätze in der Stadt und der Region wiedererkennen. Die Leser vor Ort lieben ihn: Wenn ein neuer „Gerlach“ erscheint, liegen Berge davon in den Heidelberger Buchhandlungen – und sind schnell verkauft.
SWR4 Krimiexpertin Michaela Grom meint: Viel Lokalkolorit und quirlige Geschichten aus dem Privatleben des Ermittlers – das sind die Markenzeichen der Reihe um Alexander Gerlach. Diese Bücher sind keine „Rate-Krimis“, in denen der Leser möglichst kompliziert tüfteln muss. Autor Burger versucht vielmehr zu ergründen, warum Menschen zu Verbrechern werden.

Der Mann, der so erfolgreiche Heidelberg-(und Karlsruhe)Krimis schreibt, stammt eigentlich aus dem Südschwarzwald: Wolfgang Burger wurde 1941 in Oberwihl geboren, aufgewachsen ist er in Bad Säckingen. Der promovierte Ingenieur, der drei inzwischen erwachsene Töchter hat, lebt und schreibt in Karlsruhe. Hier hat er auch seine ersten Krimis angesiedelt, bevor er dann 2005 seinen Ermittler Gerlach in Heidelberg ins Rennen schickte.

▪ Heidelberger Requiem, Piper 2005
▪ Heidelberger Lügen, Piper 2006
▪ Heidelberger Wut, Piper 2007
▪ Schwarzes Fieber, Piper 2008
▪ Echo einer Nacht, Piper 2009
▪ Eiskaltes Schweigen, Piper 2010
▪ Der fünfte Mörder, Piper 2011
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Ein Trio ermittelt im Wiesental
Testdieb Rainer Maria Schlaicher stolpert unfreiwillig in die seltsamen Fälle. Meist knapp bei Kasse, lässt sich von daher gerne auch mal als Ermittler z.B. in die USA schicken. Wenn er nicht ermittelt, versucht er mit seinem pubertierenden Sohn zurechtzukommen. Bassett Dr. Watson unterstützt Schlaicher nach Kräften. Er ist übrigens die einzige real existierende Figur der Krimireihe: 33 Kilo schwer und sehr anhänglich, stört er den Autor bevorzugt beim Schreiben und betätigt sich zum Ausgleich als dessen Muse. Kommissar Schlageter von der Kripo Lörrach ermittelt eifrig und kommt damit oft Testdieb Schlaicher in die Quere, den er auch gerne schnell zum Verdächtigen macht.

Vor allem das südbadische Wiesental. Die Wiese entspringt am Feldberg und mündet bei Basel in den Rhein. Hier, zwischen Schopfheim, Lörrach und Basel, ereignen sich ungewöhnliche Vorfälle. Zwischendurch verschlägt es den Ermittler Schlaicher aber auch schon mal in die USA.
SWR4 Krimiexpertin Michaela Grom meint: Wer hätte gedacht, dass im beschaulichen Wiesental krumme Dinger gedreht werden? Aber keine Angst – allzu blutrünstig wird es nicht in den Krimis, es sind eher ungewöhnliche Verbrechen, die die sympathischen Ermittler aufdecken müssen. Leichte Kost, flott und unterhaltsam geschrieben. Grade richtig für einen Kurzurlaub im Südschwarzwald.

Ralf H. Dorweiler
„Dickköpfig, charmant, gesellig, klug, phantasievoll, Liebhaber guten Essens“ – klingt wie eine Kontaktanzeige, ist aber die Selbstbeschreibung von Autor Ralf H. Dorweiler. Dorweiler wurde 1973 in Nastätten im Taunus geboren, lebt seit vielen Jahren mit seiner Familie und dem "echten" Bassett Dr. Watson im Wiesental und hatte plötzlich unbändige Lust, die Idylle mal ein bisschen aufzumischen.

- Mord auf Alemannisch – Emons 2006
- Ein Teufel zu viel – Schlaichers zweiter Fall – Emons 2007
- Schwarzwälder Schinken – Emons 2008
- Badische Blutsbrüder – Emons 2009
- Sauschwobe! – Emons 2010
- Zum Kuckuck – Emons 2011 (erscheint im Oktober)
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Josef Grießinger ermittelt auf der Alb
Ein Duo, das gerne heftig gegeneinander stichelt und trotzdem gemeinsam unschlagbar ist: Kriminalhauptkommissar Josef Grießinger, bekennender Älbler aus Upflamör und Dickschädel, wie er im Buche steht und Emilie Berta Lämmle, selbstbewusste, spirituell orientierte Schriftstellerin; Kennerin von alten Bräuchen; Expertin für Täterprofile, die Grießingers Ermittlungen oft kräftig durcheinander– und zuweilen voranbringt.
Die Schwäbische Alb zwischen Zwiefalten und Bad Urach. Kommissar Grießinger selbst kommt aus dem Ort mit dem klingenden Namen Upflamör. Den gibt’s wirklich! Er gehört zur Gemeinde Zwiefalten und ist einer der höchstgelegenen Orte der Alb, Einwohnerzahl ca. 90.
SWR4 Krimiexpertin Michaela Grom meint: Hier kommt der Leser nah heran an Land und Leute auf der Schwäbischen Alb, an Blutwurst und Grumbiera, ans Krügle Moscht zum Feierabend. Alles sehr kundig und mit Humor beschrieben.
Ausgedacht hat sich das skurrile Ermittler-Duo Grießinger/Lämmle der Werbefachmann Frank Schmitt, der sich als Krimi-Autor das Pseudonym Frank Faber zugelegt hat. Faber lebt abwechselnd in der Stadt und auf dem Land, sprich in Tübingen und Münsingen. Seine Lesungen, die er meist zusammen mit seiner Frau absolviert, inszeniert er gerne auch als alb-kulinarische Ereignisse.
"Grießinger-Versper" fürs Publikum bei der Open-Air-Lesung
Autor Frank Faber liest an einem "Tatort" auf der Schwäbischen Alb - mit Gattin Ursel Maichle alias Berta Lämmle
Der Tatort Sandgrube am Sternberg aus dem Krimi "Schäfers Tod"
Frank Faber bei einer Lesung

▪ Schäfers Tod. Ein Alb-Krmi. Oertel & Spörer, 2008
▪ Mord am Heidengraben: Der zweite Fall von Grießinger und Lämmle. Oertel & Spörer, 2010
▪ Wacholderbrand: Der dritte Fall von Grießinger und Lämmle. Oertel & Spörer, Oktober 2011
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