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Jennifer Trams recherchiert in Mannheim
Mit dem "Jungbusch" macht Nora Noé eines der spannendsten Stadtviertel Baden-Württembergs zum Schauplatz ihres Erstlings. Dabei geht sie kenntnisreich vor und bietet eine "Krimiheldin" mit exotischem Hintergrund.
Ihr exotisches Aussehen verdankt Jennifer Trams ihrem mexikanischen Vater. Ihre frühe Kindheit hat Jennifer mit ihrer alleinerziehenden (deutschen) Mutter in einer WG im Mannheimer Stadtteil Jungbusch verbracht. Später hat ihre Mutter einen grundsoliden Architekten geheiratet und die Familie wohnte fortan nobel an der Bergstraße.
Aber Jennifer hat es doch wieder in den Jungbusch gezogen. Sie liebt ihren Stadtteil – die besondere Atmosphäre, die Teufelbrücke, die Friesenheimer Insel – und das gibt ihr die Energie, die schwierige Existenz als freischaffende Journalistin durchzuhalten.

Die Teufelsbrücke in Mannheim - dieses Foto hat die Autorin selbst gemacht
Der "Jungbusch" hat die Menschen schon immer fasziniert. Seine 150jährige Geschichte war höchst wechselvoll. Es war einst eine hochherrschaftliche Gegend, in der Reeder, Kaufleute und Kapitäne lebten. Als einer der wenigen Stadtteile Mannheims blieb der Jungbusch von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verschont. Mit dem Niedergang der Binnenschifffahrt in den 70er Jahren prägten zunehmend Bars und Animierbetriebe das Bild des Stadtteils – und für lange Zeit den Ruf des Jungbuschs als "Rotlichtviertel". Dann fanden die ersten "Gastarbeiter" hier eine neue Heimat. Heute ist der Jungbusch ein Stadtteil voller Gegensätze: Zwischen zwei Moscheen, der Pop-Akademie, Künstlerateliers und Szenekneipen, mit restaurierten Gründerzeit-Häusern und heruntergekommenen Altbauten, hat sich hier ein multikulturelles Kreativ-Viertel entwickelt.
SWR4 Krimi-Expertin Michaela Grom meint: Kenntnisreich und aus eigenem Erleben der Autorin gespeist führt dieser Erstling in eines der spannendsten Stadtviertel Baden-Württembergs.
Nora Noé wurde 1952 in Mannheim im Stadtteil Jungbusch geboren. Sie hat Germanistik, Kunst und Pädagogik studiert, war Lehrerein im Schwarzwald und in Maine/USA. Danach leitete sie 20 Jahre den Kulturbereich der Volkshochschule Karlsruhe. Sie bereiste große Teile der Welt und hat auch verschiedene humanitäre Arbeitseinsätze im Ausland (Tansania, Mexiko) absolviert. 2006 erschien ihr erster Roman "Wer einmal einen Priester küsst". Ab Oktober 2007 dann die "Mannheim-Saga". Seit 2009 ist sie freie Schriftstellerin.

▪ Tod im Jungbusch. Wellhöfer, 2011
Letzte Änderung am: 28.06.2011, 08.44 Uhr