Bundeskanzler Schmidt setzt in seiner Terrorismus-Rede vor dem Bundestag auf die Würde des Menschen, die auch Grenzen des Handelns vorschreibe, und warnt vor einem Rückfall in die Barbarei.
„Was unser Volk in diesen Tagen an Haltung gezeigt hat“, so beginnt dieser, mehrfach von Applaus begleitete kurze Ausschnitt aus der Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag in Bonn, würdige die „zivilisierte Welt“ mit Respekt und Mitgefühl. Nicht nur in Deutschland sei ein „Wiederaufleben zerstörerischer Gewalt“ zu beobachten. Es gäbe „kein politisches Prinzip, mit welchem der Rückfall von der Menschlichkeit in die Barbarei sittlich gerechtfertigt werden könnte“.
Vor allem mit Blick auf die jungen Menschen mahnt Schmidt, dass Demokratie nicht allein aus dem Prinzip der Bildung von Mehrheiten bestehe, „sondern ihre letztlich existenzielle Begründung findet die Demokratie in der Humanisierung des unvermeidlichen Umganges mit der Macht“. Allem voran stehe die Würde des Menschen, die jedoch nicht nur Recht sei, sondern dem Handeln auch Grenzen vorschreibe. Wer aus diesem Prinzip heraustrete und dafür „das Faustrecht der Gewalt setzt“, erlebe die Auswegslosigkeit, in der „vermeintliche Macht bis in Selbstzerstörung umschlagen kann.“
Desweiteren spricht der Kanzler den Generationenkonflikt an, in dem sich die Älteren nicht gut vermitteln könnten, sondern zum Belehren neigten, und die Jungen nicht gut zuhörten. Mit Blick auf die Aufbereitung der dramatischen Ereignisse der letzten Tage verspricht er, die Bundesregierung werde „all ihre Gründe, auch ihre Zweifel“ darlegen. Schmidt schließt mit den Worten „Gott helfe uns“.
Informationen zum Tondokument:
Titel: Helmut Schmidt - Regierungserklärung zum Problem des Terrorismus
Länge 3’34
W0151497
Archiv des SWR
Letzte Änderung am: 24.07.2007, 10.53 Uhr