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Planen, löten, programmieren Wenn Mädchen Roboter bauen

Planen, bauen, löten und programmieren: Das geschieht in der Roboter-AG des Erzbischöflichen Ursulinen-Gymnasiums in Köln. Alles begann im Jahr 2003, als die Schülerinnen des Mädchengymnasiums den ersten Preis in einem Roboter-Wettbewerb gewannen. Seitdem schicken die Schülerinnen regelmäßig selbstgebaute Roboter auf Wettbewerbe.

Lena, Charlotte und Anne mit ihren Roboterprojekten

Lena, Charlotte und Anne mit ihren Roboterprojekten

Ihr aktuellstes Projekt ist ein Mars-Roboter, der die Aufgabe hat, Würfel einzusammeln und sie zu einer Basis zu bringen. So komplex die Aufgabenstellung, so kreativ lösen die Schülerinnen das Problem. Sie haben kurzerhand einen Fertig-Roboter-Bausatz an ihre Bedürfnisse angepasst.

Der Beginn war mehr oder weniger zufällig. Die Schule hatte 2003 die Ausschreibung zu einem Roboter-Wettbewerb, der in Köln statt fand, ins Haus geschickt bekommen. Fünf junge Frauen bauten und programmierten daraufhin an dem ersten Roboter „Maja“. Jeder einzelne Entwicklungs-Schritt wurde liebevoll dokumentiert und gezeichnet.

Im Fach Robotik eine Note Eins

Verlöten eines Widerstands, der hell von dunkel unterscheiden kann

Verlöten eines Widerstands

Heute – zehn Jahre später – gibt es die Roboter-AG auch als sogenannten Projektkurs im Abitur. Dieser ist prüfungsrelevant – begleitet durch einen Abschlussvortrag und eine ausführliche Dokumentation des Roboters. Die Teilnahme an der Roboter-AG ist freiwillig und steht allen Schülerinnen ab der neunten Klasse offen.

Eines der ersten Dinge, die die Schülerinnen lernen, ist der Umbau von kleinen Servomotoren zu Getriebemotoren. Dann wird aus Holz ein Fahrgestell gebaut. Dazu kommen Räder, Sensoren sowie programmierbare Computereinheiten.
Etwas weiter entwickelt ist der Roboter mit dem "großen Kasten drauf". Sein Name ist "Der kleine rote Traktor". Er fährt auf einer gemalten Fahrbahn aus Papier – so groß wie eine Tischplatte. Dieser "Linienverfolger" ist eine Basis für Folgeprojekte.

Snickers auf Marsmission

Snickers im Test auf Expedition

Mars-Roboter "Snickers" im Test

Nach ein paar Schuljahren entstehen dann komplexe Arbeits-Maschinen wie der Mars-Roboter „Snickers“. „Snickers“ ist nominiert für den diesjährigen Roboter-Wettbewerb des DLR-Schülerlabors in Dortmund - ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Technischen Universität Dortmund.

"Snickers" fährt in einer bebauten Marslandschaft umher, sammelt Würfel aus Styropor ein und bringt sie zur markierten Mars-Basis. Das kann der Roboter schon sehr gut – braucht aber noch sehr lange. Mit den Magneten in den Würfeln soll das schneller gehen. Die zentrale Computereinheit von "Snickers" ist ein Lego-Roboter-Bausatz aus dem Spielzeugfachhandel. Den haben die Schülerinnen allerdings kurzerhand umprogrammiert.

Frau im Mond

Parade der Roboter

Parade der Roboter

Beste Chancen also für den ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs - so wollen auch zwei Neunt-Klässlerinnen der Roboter-AG – Laura und Anna – "intelligente Robotik" studieren. Und vielleicht reisen in Zukunft nicht nur ihre Roboter in den Weltraum, sondern landen auch endlich die ersten Frauen auf dem Mond.