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Das Jahr 2012 im All

Nordkorea -Techniker steht an Rakete

Es sollte der Aufgang eines "strahlenden Sterns" werden, den Nordkoreas Fernseh-Kommentatorin im April 2012 ankündigte. Kwangmyŏngsŏng-3, so der Name des Erdbeobachtungssatelliten, den eine nordkoreanische Rakete in eine Umlaufbahn schießen sollte.



 Nordkorea räumt Scheitern des Raketenstarts ein

Trotz internationaler Appelle und Warnungen hat Nordkorea im April 2012 eine Rakete mit einem Satelliten gestartet. Der Westen vermutete zunächst den Start einer Langstreckenrakete. Der Start – und damit die Nutzlast – fiel ins Wasser. Und zwar ins südchinesische Meer.



Ein nordkoreanischer Soldat steht vor einer Unha-3 Rakete

Nordkorea räumte dann später das Scheitern des umstrittenen Raketenstarts ein. Mitte Dezember unternahm Nordkorea einen neuen Anlauf; diesmal – angeblich – erfolgreich.



Shenzhou-9 China

China machte 2012 den nächsten Schritt beim Aufbau seines bemannten Raumfahrtprogramms. Seit 2010 befindet sich mit dem Modul Tiangong der Grundstein einer künftigen chinesischen Raumstation in der Umlaufbahn. Das Raumschiff Shenzhou-9 brachte im Juni 2012 ...



Chinesische Taikonauten

... die drei chinesischen Taikonauten (von l. nach r.) Liu Yang, Jing Haipeng, und Liu Wang ins All.



19. Juni 2012 - Start der Rakete mit der chinesischen Raumfähre Shenzou-9

19. Juni 2012: Start der Shenzou-9 mit drei Taikonauten an Bord. 2012 gelang Taikonauten erstmals das Andocken mit einem Raumschiff an den "Himmlischen Palast im All.



Roboterarm der Internationalen Raumstation ISS packt "Dragon"-Kapsel

Die Premiere des Andockens im Orbit konnte im Mai auch die kalifornische Firma SpaceX feiern.



Privater Raumfrachter "Dragon" dockt an Raumstation ISS an

Erstmals im Mai 2012 – und im Oktober gleich noch einmal – dockte die Dragon-Frachtkapsel an die Internationale Raumstation (ISS) an und brachte Nachschub.



Landung des Rovers «Curiosity» (Neugier) auf dem Mars

250 Millionen Kilometer von der Erde entfernt landete im August der Mars-Rover Curiosity – „Neugier“ – auf dem Roten Planeten.



Marsroboter «Curiosity» beim Erkunden der Marsoberfläche

Seitdem rollt Curiosity über den Mars und sucht nach Spuren einstigen Lebens.



Die US-amerikanische Raumfahrtsonde "Dawn"

Noch weiter als bis zum Mars hat sich die amerikanische Raumsonde Dawn vorgewagt – und zwar in den Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Hundert-tausende Eis- und Gesteinsbrocken ziehen dort ihre Bahnen um die Sonne.



Raumsonde Dawn (Computergrafik)

Die insgesamt achtjährige Reise startete 2004 und führt die Sonde auf einem mehr als fünf Milliarden Kilometer langen Kurs zu den Kleinplaneten Vesta und Ceres. Mit Kameras und Spektrometern wollen Wissenschaftler die Oberfläche des Kleinplaneten Vesta mit einem Durchmesser von rund 560 Kilometern erkunden.



dreidimensionale Farbkarte des Asteroiden Vesta

In diesem Jahr traf Dawn an ihrem ersten Ziel ein, dem Asteroiden Vesta. Schon kurz nachdem die Dawn-Raumsonde in eine Umlaufbahn um den Asteroiden eingetreten war, entdeckten Forscher dunkle und helle Kleckse. Das dunkle Material dürfte von Einschlägen kohlenstoffhaltiger Asteroiden herrühren, das einfach auf Vesta liegenbleibt und konserviert wird, ohne jede Form von Erosion. Bei den hellen Stellen handelt es sich wohl um das ursprüngliche Gestein Vestas, eine Form von Basalt. Solch eine klare Trennung verschiedener Materialien wurde noch bei keinem anderen Himmelskörper beobachtet.  



Alpha Centauri mit Umgebung

Eine letzte Erfolgsmeldung des abgelaufenen außer-irdischen Jahres 2012 kommt aus unserem benachbarten Sternsystem im All, der Dreier-Formation Alpha Centauri. So wie in der Phantasie von James Camerons Film Avatar haben Astronomen nun wirklich einen Exoplaneten (Planet außerhalb unseres Sonnensystemms) im System Alpha Centauri entdeckt. Alpha Centauri gilt als einer der begehrtesten Orte im Universum. Logisch, denn zu keinem Stern wäre die Anreise so kurz wie zu einem der drei Sterne von Alpha Centauri. Sie sind im Schnitt "nur" rund 4,3 Lichtjahre von der Erde entfernt. Könnten Astronauten mit Lichtgeschwindigkeit reisen, würde ihre Reise auch "nur" rund vier Jahre dauern.

Das Jahr 2012 im All - Ein Rückblick von Guido Meyer. Internetfassung: Ralf Kölbel