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Unterhaut straffen Neue Methode des Faceliftings

"Krähenfüße", "Hamsterbäckchen", "Truthahnhals"- das Alter hinterlässt seine Spuren. Kaum ein Mensch entspricht gängigen Schönheitsidealen. In Deutschland lassen sich daher jährlich rund 700.000 Menschen ästhetisch-chirurgisch behandeln. Eine neue ästhetisch-chirurgische Methode für die Straffung der Gesichtshaut soll die Falten besonders wirksam zum Verschwinden bringen. Was sind die Vorteile und Risiken?

Von der Haarverpflanzung, über die Brustvergrößerung bis hin zum Straffen der Gesichtshaut – fast alles ist ist in der modernen ästhetischen Chirurgie möglich. Das Facelifting zählt hierbei zu den riskanteren Eingriffen. Wird zu viel Haut entfernt, wirkt das Gesicht maskenhaft. Dank neuer Operationsmethoden muss das aber nicht mehr sein. Dumm nur, dass auch hier Risiken lauern.

Ob Hamster oder Truthahn, Hauptsache: gemein

Dr. Afschim Fatemi, Ärztlicher Leiter der S-thetik Clinic Düsseldorf, erklärt, dass die Elastizität der Collagenfasern und später auch der Muskulatur abnimmt. Es bilden sich das, was der Volksmund "Hamsterbäckchen", "Truthahnhals" oder auch "Marionettenfalten" nennt.

Frau spritz Botox

Ärztin spritzt einem Patienten Botox

Die Kosmetikindustrie offeriert zwar eine schier unüberschaubare Palette an Cremes, die das Gesicht wieder glätten und straffen sollen, der praktische Nutzen ist aber eher begrenzt. Hilfe bietet letztlich nur eine Methode: Die Gesichtshaut mechanisch zu straffen – entweder mit Operation oder ohne. Es gibt hierfür eine Technologie, bei welcher dem Bindegewebe kurze Hitzereize verpasst werden, so dass es sich wieder zusammenzieht. Das verursacht eine Straffung, allerdings nur in begrenztem Maß.

Wer mehr möchte, unterzieht sich einem Facelifting, bei dem Teile der Gesichtshaut entfernt werden. Noch vor wenigen Jahren verfuhren manche Chirurgen dabei nach der Devise "viel hilft viel".

Ärzte in OP-Kitteln mit Spritzen beugen sich über Patienten

Neue Methode beim Facelifting

Allerdings mit einem wenig schmeichelhaften Nebeneffekt: Je mehr Haut sie entfernten, desto straffer und glatter war zwar das Gesicht, desto maskenhafter wirkt es aber auch – mal abgesehen davon, dass 60jährige mit Gesichtern von 30jährigen herumliefen, währen den restlichen Körper zunehmend Falten beherrschten. Mittlerweile lässt sich das maskenhafte Aussehen vermeiden, indem der Operateur nicht die Haut, sondern die darunter liegenden Schichten strafft. Dabei setzt man einen Schnitt im Bereich des Ohres und nutzt dort das SMAS um die Muskulatur und Haut anzuheben.

Ziehen an den tiefen Schichten

SMAS ist eine Muskel-Bindegewebs-Schicht in der Unterhaut des Gesichtes und des Halses. Diese Schicht hat zwei Vorteile: Sie ist dünn und sie ist zugfest. Und genau diese Zugfestigkeit macht SMAS für das Facelifting interessant: Beim Facelifting wird die SMAS-Schicht gestrafft, nicht die Haut.

Aufbau der Haut

Modell zeigt Aufbau der Haut

Die Gefahr einer Nervenverletzung ist bei einer einfachen Straffung allerdings geringer, sagt Dr. Nina Schwaiger, Oberärztin auf der Abteilung für Plastische Chirurgie am Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Wesseling bei Köln. In den tieferen Hautschichten des Gesichtes, im Bereich der SMAS-Schicht, verlaufen Nerven, die für das Gefühl und für die Mimik im Gesicht zuständig sind. Wird so ein Nerv verletzt oder irritiert, kann es kurzzeitig zu einer Asymmetrie des Gesichts kommen, im schlimmsten Fall zu einer bleibenden Lähmung.

Allerdings darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass diese OP-Techniken, was die Komplikationsrate nach der OP, wie zum Beispiel breite Narben anbetrifft, deutlich risikoärmer sind.

Lieber Maske oder Lähmung?

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Spuren erzählen das Leben

Facelifting-Patienten müssen zwischen zwei Übeln wählen: Entweder sie lassen sich nur obere Hautschichten entfernen mit dem Risiko eines maskenhaften Aussehens; oder aber sie lassen im tieferen Gewebe operieren mit dem Risiko einer Nervenverletzung.

Ein Facelifting erfordert somit erfahrene Operateure. Wer ein Facelifting plant, sollte sich darüber im Klaren sein, dass solche Spezialisten teurer sind; und er oder sie sollte sich im Klaren sein, dass auch das beste Facelifting nur begrenzt hält.

Dr. Afschim Fatemi sagt, auch ein operatives Lift, welches als aufwändigste Operation in der Ästhetischen Chirurgie gilt, hält nicht für immer. Nach zehn bis vierzehn Jahren, je nach Technik, sieht man wieder so aus wie vorher. Dann kann man sich entscheiden, ob man das ganze wiederholen möchte, oder ob man nicht mit Stolz die Spuren des Lebens zeigt.

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