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Albträume Den Albtraum besänftigen

Psychologen nehmen Albträumen ihren Schrecken

Sie haben viel gelernt, bestehen aber trotzdem die Abiturprüfung nicht. Oder: Sie fallen und fallen und fallen ins Bodenlose und werden von einem ziemlich fiesen Monster verfolgt. Dann wachen Sie auf: alles nur ein Traum! Bei den meisten Menschen wirken sich Albträume nicht auf ihr Leben am Tag aus, aber manche Personen leiden unter den Folgen, wenn sie wach sind. Psychologen in Düsseldorf beschäftigen sich mit der Therapie von Albträumen. Sie haben eine Methode weiterentwickelt, die die Zahl der angsteinflößenden Träume reduzieren kann.

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Verfestigt im Gehirn

Wenn Menschen schweißgebadet mitten in der Nacht aufwachen, dann ist meist ein Albtraum schuld: Reinhard Pietrowsky ist Psychologe an der Universität Düsseldorf und beschäftigt sich in seiner Arbeit seit vielen Jahren mit Albträumen.

Ein Albtraum ist so definiert, dass es ein Traum ist, der zum einen sehr negative, sehr belastende Inhalte hat, in den allermeisten Fällen ist es Angst. Es muss aber nicht Angst sein, es kann auch starke Wut oder Ekel sein. Ein Traum, der in der Regel zum Erwachen führt, auf jeden Fall ein Traum, an den man sich sehr gut, detailliert erinnern kann und der eben aufgrund seiner negativen, schlimmen Inhalte auch sehr gut im Gedächtnis bleibt. Erklärt der Psychologe.

Auch von positiven Träumen können wir aufwachen, schlafen dann aber oft schnell wieder ein. Bei Albträumen fällt das Einschlafen in der Regel schwerer, und sie bleiben länger im Gedächtnis, werden also besser erinnert als schöne Träume.

In Träumen ist fast alles möglich

Albträume werden besser erinnert als schöne Träume

Der Grund: Schlimme Erlebnisse festigen bestimmte neuronale Verbindungen im Gehirn stärker als schöne Ereignisse. Schreckliches brennt sich sozusagen ins Gedächtnis ein.

Albträume mit Funktion

Etwa zehn Prozent der Erwachsenen haben gelegentlich Albträume, fünf Prozent regelmäßig, das heißt ein Mal im Monat oder häufiger. Prof. Reinhard Pietrowsky verdeutlicht, dass Personen, die wirklich von Albträumen betroffen sind, auch am nächsten Tag oder sogar die nächsten Tage darunter leiden. Manche der Betroffenen stellen sich dann selbst in Frage, sie zweifeln an sich und machen sich Vorwürfe.

Wie zahlreiche Studien gezeigt haben, sind manche Menschen besonders anfällig für Albträume: künstlerisch begabte Personen, emotional labile und Menschen, die Traum und Wirklichkeit manchmal nicht eindeutig unterscheiden können. Mit zunehmendem Alter werden Albträume seltener.

Wissenschaftler gingen lange Zeit davon aus, dass Albträume keine Funktion haben. Der Psychologe erklärt, dass sich in den letzten Jahren die Annahmen häufen, dass Albträume auch eine Funktion haben können: Sie können dazu dienen, sich mit schwierigen Situationen auseinander zu setzen und im Schlaf und im Traum den Umgang mit diesen Situationen zu trainieren.

Schlafstörungen adé - Frau schläft gut

Theorien besagen, dass in Albträumen der Umgang mit schwierigen Situationen trainiert wird

Therapie gegen den Albtraum

Aber nicht alle Menschen, die Albträume haben, kommen damit alleine klar. Seit den 90er-Jahren nutzen Psychotherapeuten in solchen Fällen eine in den USA entwickelte Therapie, die Imagery Rehearsal Therapy. Dabei wird in mehreren Sitzungen der Albtraum in einen nicht mehr bedrohlichen Traum umgeschrieben.

Man nimmt die Elemente, die wirklich ganz schlimm sind, aus dem Albtraum heraus und ersetzt sie durch weniger bedrohliche Elemente. So wird dann eine neue Traumgeschichte entwickelt, die nicht mehr bedrohlich ist, und die wird immer wieder vorgestellt. Diese wiederholte Vorstellung führt dann dazu, dass sich dieser neue, nicht mehr bedrohliche Traumverlauf im Gedächtnis auf den Albtraum legt. Das führt dazu, dass der ursprüngliche Albtraum positiv überschrieben und seltener geträumt wird. erklärt Prof. Reinhard Pietrowsky.

Die Therapie könne nur zum Erfolg führen, wenn das Drehbuch des Albtraums wenig geändert wird, eben nur an den schlimmsten Stellen, so der Psychologe.

Schlafender in einem Hotelbett

Während der Imagery Rehearsal Therapy wird der Albtraum umgeschrieben und so verharmlost

Den Biss umdeuten

Wenn zum Beispiel der Betroffene im Albtraum von einem Hund gebissen wurde, so kommt im neuen Drehbuch der Hund noch vor, aber anstatt zuzubeißen, leckt er den Betroffenen ab.

Das immer und immer wieder bewusste Erinnern des Traums am Tag führe dann dazu, dass im Gehirn eine neue Assoziation geschaffen werde, die stärker ist als die alte, die negative, die schließlich von der neuen überschrieben wird. Der Albtraum hat dann seinen Schrecken verloren.

Die Psychologen um Reinhard Pietrowsky haben die Therapie weiterentwickelt. Aus der Gruppen- haben sie eine Einzeltherapie mit standardisiertem Ablauf gemacht. Acht Sitzungen inklusive Entspannungs- und Imaginationsübungen reichen in der Regel aus.

Schlafendes Paar im Bett

Durch die Therapie konnten viele Menschen ihre Albträume hinter sich lassen

Es funktioniert wirklich sehr gut, wir haben das an vielen hundert Patienten inzwischen gemacht. Die Albträume werden deutlich weniger. erklärt der Psychologe.

Und zwar im Durchschnitt um die Hälfte. Andere Forschergruppen in Frankfurt am Main oder in den Niederlanden erzielten ähnliche Ergebnisse.

Was in der Therapie bei einem Albtraum angewendet und erlernt wurde, können viele Patienten dann auf andere Albträume übertragen und auch diese in weniger bedrohliche Träume umwandeln.

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