Aus: Der Computer - Mein Leben
Der von Konrad Zuse geschaffene "Z3" gilt als erster funktionsfähigen elektronischen Rechner. Er ist zu hören im Deutschen Museum München. Oder im Archivradio.

Z3 im deutschen Museum, München
Bei der "Z3" im Deutschen Museum München gibt es keinen Bildschirm: Das Ausgabemedium ist ein Holz umrahmter Kasten mit beweglichen Ziffernrädchen. Sie zeigen nach jeder Rechenoperation das Ergebnis an. Eingegeben werden die Zahlenwerte und auch das Programm mit einem Lochstreifen – eingestanzt in einen Celluloid-Film. Unbedarfte Besucher haben Heinz Molter schon mal gefragt, ob es sich um einen Filmprojektor handelt.
Heinz Molter:
Ich suche mir einen Filmstreifen aus. Man muss wissen, das Programm ist auf einem Kinofilm gelocht. Das ist handelsüblicher 35-Millimeter-Film wie er damals vor dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Zweiten Weltkrieg gang und gäbe war. Er kam original von der Ufa in Berlin. Zuse kannte einige Leute bei der Ufa – die Filmgesellschaft in Berlin – und bekam einige ausrangierte oder falsch kopierte oder falsch belichtete Spielfilme und hat diese Spielfilme als Programmträger benutzt, hat sie gelocht und hat sie dann ablaufen lassen.
Jetzt ist unser Programmstreifen im Ablesegerät positioniert. Wir betätigen die Lesetaste, gehen ans Bedienpanel und drücken die Taste A. A heißt Automatik.
Heinz Molter:
Dieses Anfangsrattergeräusch ist der Filmvorlauf bis zur ersten Lochung, wo er dann Daten abliest. Für eine laufende Rechnung würde das heißen, man gibt ihm die Ausgangswerte ein, danach programmiert man ihm die Speicheradresse, damit er seine jeweilige Zahl findet, dazu gehört dann der jeweilige Rechenbefehl.
Sprecherin Konrad Zuse hat mit der „Z3“ nicht nur den ersten funktionsfähigen elektronischen Rechner geschaffen. Er hat auch die erste universelle Programmiersprache der Welt entworfen. Denn ohne Software kann ein Computer nicht laufen.
Letzte Änderung am: 01.06.2010, 16.59 Uhr