Sendung vom Samstag, 17.9.2011 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Lerke von Saalfeld

Am 23. September erhält Hans Joachim Schädlich (Jahrgang 1935) in Koblenz den Joseph-Breitbachpreis für sein literarisches Gesamtwerk.
Im August 1977 veröffentlichte er seine ersten Erzählungen - damals noch in der DDR lebend - im Westen, "Versuchte Nähe". Im Osten wurden all seine Werke von Verlagen abgelehnt; nach der Westpublikation galt Schädlich in der DDR als Staatsfeind, im Jargon der Staatssicherheit, die ihn observierte, war er ein "Schädling". Bereits ein Jahr zuvor hatte der Schriftsteller den Protestbrief gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann unterzeichnet und deshalb seine Arbeitsstelle bei der Ostberliner Akademie der Wissenschaften verloren. Im Dezember 1977 gelang Schädlich die Ausreise in den Westen.
Sein gesamtes Œuvre lebt aus der Auflehnung gegen jede Art von Diktatur, sei sie sozialistisch oder nationalsozialistisch. In einer knappen, lakonischen und ironischen Sprache wirbelt Schädlich Faktisches und Fiktives bis zur Unkenntlichkeit durcheinander.
Letzte Änderung am: 16.09.2011, 13.14 Uhr