Sendung vom Samstag, 16.7.2011 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Eggert Blum

Harald Hundius mit einer Tai-Lü-Handschrift aus Nordlaos
Nur wenige deutsche Professoren haben so wenig publiziert, aber soviel praktisch bewegt wie der 72-jährige Orientalist Harald Hundius. Sein Spezialgebiet sind die eng miteinander verwandten Sprachen und Literaturen von Thailand und Laos. In bald 20-jähriger Arbeit ist es Hundius gelungen, 85.000 Palmblatthandschriften in über 800 Klöstern des buddhistischen Laos zu konservieren, zu inventarisieren und damit für die Nachwelt zu retten und der Forschung zugänglich zu machen. Die Handschriften enthalten einen erst ansatzweise erschlossenen Schatz buddhistischer Legenden, Lehrschriften, historischer Chroniken und Gebrauchsliteratur zu Recht und Medizin, kurz, das kulturelle Gedächtnis von Laos. Ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg, die Verarmung des Landes und die Gleichgültigkeit ungebildeter kommunistischer Funktionäre hatten diesen Bestand bedroht. Im Gespräch mit Harald Hundius erkundet Eggert Blum die Kultur des real existierenden Buddhismus Südostasiens.
Letzte Änderung am: 27.06.2011, 09.02 Uhr