Sendung vom Samstag, 8.5.2010 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Lerke von Saalfeld
Als Kind erlebte Karl von Schwarzenberg (Jahrgang 1937) in Prag die deutsche Besatzung und die Beschlagnahmung der Familiengüter; 1947 folgte die zweite Enteignung durch die Kommunisten, die Familie floh nach Österreich. Karl von Schwarzenberg lebte dort über 40 Jahre, wurde Unternehmer und Forstwirt auf seinen eigenen Besitzungen. Aber nie ließ ihn die Verpflichtung zur alten Heimat los. Von 1984 bis 1991 war er Präsident der Helsinki-Föderation für Menschenrechte, verfolgte Schriftsteller des Ostens fanden seine Unterstützung. Nach dem Ende der Diktatur kehrte Fürst Schwarzenberg nach Prag zurück als Kanzler des Präsidialamtes unter Vaclav Havel; von 2007 bis 2009 war er tschechischer Außenminister. Nun hat er eine neue Partei gegründet und wird zu den Parlamentswahlen im Mai 2010 in Tschechien kandidieren. Politik hat ihn seit seiner Kindheit verfolgt, "es ist eine Droge". Der unkonventionelle Aristokrat aus uraltem Geschlecht heißt in Österreich und Tschechien schlicht Karel Schwarzenberg.
Letzte Änderung am: 23.03.2010, 13.51 Uhr