Sendung vom Samstag, 21.2.2009 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Barbara Dobrick
1940 wurde Joel Agee in New York als Sohn einer jüdischen Mutter und dem Autor James Agee geboren. Nach der Trennung der Eltern lernte Agees Mutter in Mexiko den deutschen Exil-Schriftsteller und Kommunisten Bodo Uhse kennen. Die beiden heirateten, und 1948 zog die Familie nach Ost-Berlin, wo Bodo Uhse SED-Abgeordneter der Volkskammer und Vorsitzender des DDR-Schriftstellerverbandes wurde.
Joel Agee erlebte prägende Kindheits- und Jugendjahre in der Gesellschaft privilegierter DDR-Bürger und Schriftsteller, sammelte aber als junger Mann auch Erfahrungen auf einer Werft – als Arbeiter. 20-jährig verließ er die DDR wieder. Lehr- und Wanderjahre in Europa und Amerika folgten.
Als 40-Jähriger veröffentlichte Agee seine Jugenderinnerungen. Unter dem Titel „Zwölf Jahre. Eine amerikanische Jugend in Ostdeutschland“ erschienen sie auch in der Bundesrepublik Deutschland, allerdings nicht in der DDR.
Agee arbeitet auch als Übersetzer deutschsprachiger Autoren, u.a. von Heinrich von Kleist, Rainer Maria Rilke und Friedrich Dürrenmatt.
Als Fellow der American Academy in Berlin hat Agee Gelegenheit, die einst geteilte Stadt zu erkunden und auf Spurensuche zu gehen. Barbara Dobrick hat ihn dort besucht und mit ihm gesprochen.
Letzte Änderung am: 11.01.2009, 05.16 Uhr