Sendung vom Samstag, 25.10.2008 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Ruth Jakoby
Cem Özdemir schrieb nach der Bundestagswahl 1994 Geschichte. Als erster deutscher Abgeordneter türkischer Abstammung zog er für die „Grünen“ in den Bundestag ein. Dort trat er u.a. den Beweis an, dass „ein deutscher Türke im Parlament kein bärtiges Ungeheuer mit Krummdolch am Gürtel“ sei. Der 1965 in Bad Urach geborene Sohn eines Drehers und einer Schneiderin profilierte sich in der Innen- und Integrationspolitik und publizierte u.a. „Ich bin Inländer“ (1997) und „Currywurst und Döner“ (1999) und “Die Türkei von innen“ (September 2008). Der Absturz erfolgte 2002 als herauskam, dass Özdemir einen Kredit des umstrittenen PR-Beraters Moritz Hunzinger in Anspruch genommen hatte. Özdemir räumte Fehler ein. Im Juni 2003 erhielt er auf dem Landesparteitag der baden- württembergischen „Grünen“ eine zweite Chance und zog 2004 ins Europaparlament ein. Der in Reutlingen ausgebildete Sozialpädagoge kandidiert jetzt für den Bundesvorsitz seiner Partei.
Letzte Änderung am: 23.10.2008, 16.23 Uhr