Sendung vom Samstag, 31.5.2008 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Ursula Nusser
Als er 1975 in München mit einem Violinabend debütierte, nannte ihn Kritiker-Papst Joachim Kaiser den "wahrscheinlich interessantesten Geiger unserer Zeit". Damit begann die Weltkarriere des damals 28-jährigen Gidon Kremer. Geboren und aufgewachsen ist er in Riga. Ausgebildet wurde er am Moskauer Konservatorium von David Oistrach. Als er 1970 den Tschaikowsky-Wettbewerb gewinnt, darf er zum ersten Mal ins Ausland reisen, auch in den Westen. 1977 fordert er den sowjetischen Staat heraus. Er bittet nicht, wie andere Künstler, im Westen um Asyl, sondern ringt den Behörden in Moskau die Genehmigung für einen Aufenthalt im Westen ab, ohne zugleich die sowjetische Staatsbürgerschaft aufgeben zu müssen. Gidon Kremer, ein unbequemer Zeitgenosse, ein kompromissloser Künstler, der unablässig auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist, ob er nun die Tango-Musik des Astor Piazzolla für sich entdeckt oder ein eigenes Kammerorchester gründet.
Letzte Änderung am: 08.04.2008, 10.56 Uhr