Sendung vom Samstag, 5.4.2008 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Ursula Wegener

Nomaden haben keine Hausbibliothek. Die Texte, die weiter gegeben werden sollen, erzählen sie. In dieser Tradition sieht sich Salim Alafenisch. Er wurde 1948 als Sohn eines Beduinenscheichs in der Wüste Negev geboren. Erst mit 14 Jahren lernte er Schreiben und Lesen. Er besuchte das Gymnasium in Nazareth, ging zum Ethnologiestudium nach London und schließlich nach Heidelberg. Dort blieb er hängen, gründete eine Familie und wurde ein erfolgreicher – deutscher - Schriftsteller. Doch wenn er als Autor vors Publikum tritt, erzählt er frei, wie es seiner Herkunft entspricht: von Zelten, Kamelen und Großvaters acht Frauen, von Krieg und Grenzziehungen in der Wüste, die den Beduinen ihr angestammtes Leben erschweren, aber auch von der großen Gelassenheit, mit der sie es bestehen. Im Gespräch mit Ursula Wegener klingt der Zauber seiner Heimat mit.
Letzte Änderung am: 24.02.2008, 02.36 Uhr