Sendung vom Dienstag, 1.1.2008 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Anselm Weidner
Nach den Devisen "Courage tut dem Denken not" und "je ehrlicher, desto freier" hat er den Deutschen immer wieder unbequeme Wahrheiten zugemutet: dass der 8. Mai ein 'Befreiungstag' sei, dass es keine deutsche Einheit ohne Teilen gebe oder dass die Parteien hierzulande sich eine von der Verfassung nicht vorgesehene Macht anmaßten und kurzsichtig "machtversessen in Bezug auf Wahlkampferfolge" seien. Wie wohl kein anderer Bundespräsident hat der erste Präsident des vereinten Deutschland Richard von Weizsäcker in seiner zehnjährigen Amtszeit von 1984 bis 1994 dem Amt die ihm zukommende Würde und staatsmännische Bedeutung verliehen, nicht zuletzt, weil er u.a. mit seinem Engagement für die deutsch-polnische Aussöhnung und Normalisierung vorlebt, woran er nicht müde wird immer wieder zu erinnern: "Um die Gegenwart zu bewältigen, müssen wir mit der Vergangenheit ins Reine kommen."
Letzte Änderung am: 25.11.2007, 04.19 Uhr