Sendung vom Samstag, 29.12.2007 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Lerke von Saalfeld
Seyran Ates, geboren 1963 in Istanbul, kam mit sechs Jahren nach Berlin, wo sie noch heute lebt. Ihre Kindheit war geprägt vom Kampf gegen die eingeschränkte Freiheit, als Mädchen in fremder Umgebung aufwachsen zu müssen und eingesperrt zu sein in eine traditionelle türkisch/kurdische Familie. 1984 wurde in einem Berliner Frauenladen ein Attentat auf sie verübt, die damalige Studentin entkam nur knapp dem Tod. Kopftuchverbot, Verbot von Zwangsheirat und die Aufklärung von Ehrenmorden sind die Themen, für die sie sich leidenschaftlich einsetzt. Seit dem Sommer 2006 hatte sie sich als Rechtsanwältin zurückgezogen, nachdem sie von türkischen Ehemännern tätlich bedroht worden war wegen ihres Engagements bei der Beratung türkischer Frauen. Nun hat sie ihre Zulassung als Anwältin wieder beantragt, als demokratische Stimme im Kampf für Menschenrechte kann sie nicht schweigen. Im Gespräch erzählt Ates von ihrer Arbeit in dem von Angela Merkel eingerichteten Integrations-Gipfel, ihren Erfahrungen in der von Innenminister Schäuble einberufenen Islam-Konferenz und von ihrem Lebensweg, gegen den Widerstand der Eltern Jura zu studieren und eine unerschrockene Rechtsanwältin zu werden.
Buch-Tipps:
Seyran Ates: Große Reise ins Feuer - die Geschichte einer deutschen Türkin, Rowohlt Verlag (2003), 16,90 Euro
Seyran Ates: Der Multikulti-Irrtum. Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können, Ullstein Verlag (2007), 18,90 Euro
Letzte Änderung am: 15.11.2007, 10.27 Uhr