Sendung vom Samstag, 13.10.2007 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch
mit Marie-Luise Sulzer-Lederer
Saul Friedländers Buch „Das Dritte Reich und die Juden. Die Jahre der Vernichtung 1939 - 1945 wurde von der Kritik als epochales Werk gewürdigt. Bereits im Frühjahr bekam er den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik. Am 14. Oktober wird er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. „Saul Friedländer hat den zu Asche verbrannten Menschen Klage und Schrei gestattet, Gedächtnis und Namen geschenkt" – so die Jury.
Geboren wurde er als Jude, überlebt hat er als Katholik. Saul Friedländer musste in seinem Leben viele Brüche ertragen, sich in wechselnden Identitäten zurechtfinden.
Die Eltern, Prager Juden, fühlten sich als Deutsche. Vater und Onkel waren Offiziere in der österreichisch-ungarischen Armee. Die jüdische Religion spielte in der Familie Friedländer keine Rolle. Obwohl Saul Friedländer Jahrzehnte lang über den Holocaust geforscht hat - v.a. an den Universitäten in Tel Aviv und Los Angeles. muss er am Ende feststellen, dass auch die Wissenschaft das „anfängliche Gefühl der Fassungslosigkeit“ nie völlig beseitigen kann.
Buchtipps:
1. Wenn die Erinnerung kommt, C.H. Beck Verlag, München 3. Auflage 2007 (Autobiografie)
2. Das Dritte Reich und die Juden, C.H. Beck Verlag, Bd. 1: Die Jahre der Verfolgung, München
3. Auflage 2007
Bd. II: Die Jahre der Vernichtung, München 2006
3. Den Holocaust beschreiben. Auf dem Weg zu einer integrierten Geschichte (September 2007 Wallstein Verlag).
Letzte Änderung am: 30.09.2007, 02.30 Uhr