Sendung vom Samstag, 28.7.2007 | 17.05 Uhr | SWR2
im Gespräch mit Eggert Blum
Hartmut von Hentig, einer der bedeutendsten Reformpädagogen der Gegenwart, wurde 1925 als Sohn eines preußischen Diplomaten in Posen geboren und wuchs in Berlin auf. Zum Freundeskreis der Familie gehörten die Weizsäckers und Dönhoffs. Nach dem Krieg studierte von Hentig Altphilologie, sammelte prägende Erfahrungen bei längeren Aufenthalten in den USA, arbeitete als Lehrer am Birklehof im Schwarzwald und in Tübingen und wurde 1963 zum Professor für Pädagogik in Göttingen berufen. 1968 wechselte er nach Bielefeld und gründete dort 1974 die Laborschule und das Oberstufenkolleg. Auch seit seiner Emeritierung 1987 beteiligt er sich weiterhin aktiv an der bildungspolitischen Diskussion. Seine pädagogischen Erfahrungen und Überzeugungen hat er selbst unter dem Motto „Die Menschen stärken, die Sachen klären“ zusammengefasst. Er beharrt auf einem humanistischen Bildungsbegriff. Selbstvertrauen, Verantwortung und moralische Selbständigkeit sollen demnach Hand in Hand gehen mit der Aneignung von Wissen und dem Verstehen komplexer Verhältnisse. Den Curricula entwerfenden Bildungsplanern und der kritiklosen Nutzung neuer Medien steht von Hentig skeptisch gegenüber. Kürzlich hat er den ersten Teil seiner Memoiren publiziert („Mein Leben – bedacht und bejaht“), der zweite Teil soll im August erscheinen.
Letzte Änderung am: 11.06.2007, 11.42 Uhr